Unterstützung

Frankreich macht Elektroautos zur nationalen Großaufgabe

Frankreich hat die Förderung für Elektroautos zur nationalen Großaufgabe gemacht - anders als Deutschland. Ziel ist, bis 2015 ganze 50.000 Elektroautos an Firmen zu verkaufen. 4,4 Millionen Tankstellen für die Autos und eine "Super-Umweltprämie" sollen folgen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Schneller als Deutschland hat Frankreich die Förderung von Elektroautos vergangenes Jahr zur nationalen Großaufgabe erklärt. Der Staat will Milliarden in die E-Revolution stecken. Mit Atomstrom auf die Straße, lautet dabei das Motto der Regierung. Denn mit seinem Anteil von fast 80 Prozent Kernkraft an der Energieerzeugung sieht sich Frankreich in Sachen Klimaschutz als idealer Ort für die stromgetriebenen Fahrzeuge. Nach Berechnungen der französischen Umweltagentur "Ademe" könnten die Elektroautos unter dem Strich auf einen Ausstoß von nur 20 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer kommen - deutlich weniger als in anderen EU-Ländern wie .

Ziel: 50.000 Elektroautos bis 2015

Vor zwei Wochen unterzeichneten Staat, Autobauer, Energiekonzerne und Kommunen eine detaillierte "Charta" zur Förderung von Elektroautos. Sie sieht ab diesem Jahr Versuchsprojekte in einem Dutzend Städten vor. 20 private und staatliche Firmen verpflichteten sich, 50.000 Elektroautos bis 2015 zu kaufen. Geschätzter Wert der Ausschreibung: eine Milliarde Euro. Offizielles Ziel ist es, bis 2020 rund zwei Millionen Autos als reine Elektrofahrzeuge oder aufladbare Hybridmodelle auf Frankreichs Straßen zu bringen. Mehrere hundert Millionen sind als Unterstützung für den Bau von Batterie- und Elektroautofabriken eingeplant. Damit sich auch Privatleute Elektroautos anschaffen, gibt es vom Staat eine "Super-Umweltprämie" von 5000 Euro pro Fahrzeug.

Niedriger CO2-Verbrauch nicht gesichert

Einer der größten Kostenpunkte sind daneben die Ladestationen. Bis 2020 soll es davon nach den Regierungsplänen 4,4 Millionen geben - im Schnitt zwei pro Auto. Die Umweltbehörde "Ademe" räumt auch ein, dass die Rechnung mit den 20 Gramm CO2 pro Kilometer und Fahrzeug unter Bedingungen steht. Denn wenn die Franzosen ihre Elektroflitzer alle abends aufladen, wenn durch Kochen und Heizen die Kernkraftwerke ohnehin kaum ausreichen, müssten Kohle- und Gaskraftwerke zugeschaltet werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Auspuff

    Großbritannien kündigt Aus für Diesel-Autos an

    In Großbritannien sollen ab 2040 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge verkauft und ab 2050 auch nicht mehr gefahren werden. Das kündigte Umweltminister Michael Gove an.

  • PKW

    Flüssiggas im Tank: Für wen macht das Sinn?

    Flüssiggas und Erdgas sind als alternative Antriebe stark in den Hintergrund gerückt. Lohnt sich das im Vergleich zum Elektroauto nicht? Was sind Vor- und Nachteile bei einem Gasantrieb?

  • Strompreise

    Ramsauer will bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos

    Zwei Wochen vor dem Elektroauto-Gipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Zielvorgabe erhöht. Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis 2020 seien ihm "eigentlich zu gering", so der Minister.

  • Hochspannungsmasten

    Atomweltmeister Frankreich besinnt sich auf Öko-Energie

    Mit einiger Verspätung gegenüber seinen Nachbarn besinnt sich der Atomstromweltmeister Frankreich nun auf erneuerbare Energien. Paris will seinen Rückstand in punkto Solaranlagen und Windkraft aufholen, der im Vergleich zu Deutschland und anderen europäischen Nachbarn beträchtlich ist.

  • Strom sparen

    Sarkozy fordert AKW-Hilfen für Schwellenländer (Upd.)

    Frankreich hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Hindernisse für den AKW-Bau in Schwellenländern zu beseitigen. Bei einer Konferenz in Paris setzte sich Präsident Nicolas Sarkozy für eine internationale Förderung des AKW-Exports ein.

Top