Rekord-Stromverbrauch

Frankreich befürchtet Stromausfälle wegen Kältewelle

Wegen der Kältewelle und einer starken Verbreitung von Elektroheizungen befürchten die Energieversorger in Frankreich inzwischen Stromausfälle. Da viele Haushalte mit Elektroheizung beheizt werden, ist der Stromverbrauch am Mittwoch erneut auf ein Rekordhoch gestiegen. Wird es noch kälter, wird der Strom knapp.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (AFP) - Es könne "lokale oder nationale Knappheit geben, wenn der Verbrauch die Kapazitäten unseres Hochspannungsnetzes übersteigt", sagte der Chef des Stromriesen EDF, Pierre Gadonneix, der Zeitung "Le Parisien". "Derzeit klappt es noch, aber wenn es noch ein bisschen kälter wird, sind wir vor einem Lastabfall nicht sicher. Das würde heißen, bestimmten Kunden für kurze Zeit den Strom abzustellen, um die Knappheit zu verteilen", so der EFT-Chef.

Am Mittwochabend hat der französische Stromverbrauch den dritten Rekord in Folge erreicht. Landesweit wurden 92.400 Megawatt benötigt, um die Nachfrage zu befriedigen, wie der Stromnetzbetreiber RTE mitteilte. In Frankreich heizen rund 30 Prozent der Haushalte mit Strom, der vor allem aus den Atomkraftwerken des Landes stammt.

Grüne kritisieren durch AKW gespeiste Elektroheizungen

Die französischen Grünen bezeichneten die drohende Versorgungskrise als hausgemacht. "Das ist eine der Perversionen des Atomsystems: Um die Überproduktion von EDF zu verbrauchen, wurden massiv Elektroheizungen in Frankreich eingeführt", erklärte die Partei. Wenn es dann zu einer Kältewelle komme, "übersteigt die Nachfrage das Angebot, und EDF muss alte Heizöl-Kraftwerke zuschalten und Strom aus Deutschland importieren, das bei Kohlekraftwerken an der Spitze steht." Letztlich sei die Atomstromheizung damit deutlich belastender für die Umwelt als behauptet.

Quelle: AFP

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