Zweifel an Radioaktivitätsmessungen

Frankreich: Atomaufsicht entzieht EDF Messgenehmigung für AKWs

Der französische Energieriese EDF steht im Verdacht, die Radioaktivität im Umkreis seiner Atommeiler nicht sauber gemessen zu haben. Die französische Atomaufsicht (ASN) entzog dem Konzern beziehungsweise seinen Labors im Dezember vorübergehend die Messgenehmigung für sämtliche AKWs, wie sie am Montagabend mitteilte.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (AFP/sm) - Die Messungen in der Luft und im Grundwasser enthielten gewisse "Verzerrungen". Deshalb müsse EDF unverzüglich Korrekturen einleiten, die ab Februar greifen müssten. Bis die konzerneigenen Labors eine Genehmigung hätten, müsse der Stromriese die Messung der Radioaktivität an fremde Labors vergeben, erklärte die Atomaufsicht.

Atomkraftgegner kritisierten, dass die Atomaufsicht ihre Entscheidung, EDF die Messgenehmigung zu entziehen, still und heimlich getroffen habe. Es sei nicht bekannt, wer die Messungen seitdem mache, und es sei zu befürchten, dass die radioaktiven Rückstände seit 16. Dezember überhaupt nicht mehr gemessen würden.

EDF betreibt in Frankreich 58 Atomreaktoren, die gut vier Fünftel des gesamten Stroms liefern.

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