Verbraucherschutz

"Fragwürdige" Strompreiserhöhungen in der Kritik

Die Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel sind nach einer Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in vielen Fällen überzogen gewesen. Jeder zweite Grundversorger wälzte demnach seine Zusatzkosten komplett auf die Verbraucher ab - oder griff ihnen sogar noch tiefer in die Tasche. Kritisch beurteilten die Verbraucherschützer auch die Informationspolitik der Stromanbieter.

Stromrechnung© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - "Mindestens die Hälfte der Grundversorger in Nordrhein-Westfalen hat die öffentliche Diskussion über die Energiewende und die steigende EEG-Umlage instrumentalisiert, um unangemessen hohe Aufschläge zu fordern", kritisierte der Vorstand der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, am Montag in Düsseldorf.

Angesichts der Tatsache, dass die Beschaffungspreise für Strom an der Börse massiv gesunken seien, sei dies nicht akzeptabel und wirke schon fast anstößig, sagte Müller.

Preiserhöhungen werden oft nicht stichhaltig begründet

Die sinkenden Beschaffungspreise für Strom spielten auch in den Briefen der Grundversorger an ihre Kunden so gut wie keine Rolle, so die Verbraucherzentrale. Dagegen strapazierten fast alle die Energiewende und die steigende EEG-Umlage als Argumente deutlich über. Gerade einmal die Hälfte der Grundversorger schaffe es, die Höhe ihrer Preisaufschläge stichhaltig zu begründen.

Zudem seien die meisten Kundenanschreiben in den Augen der Verbraucherschützer nicht transparent genug: So fehlt manchmal schon der Name des betreffenden Stromtarifs. Jeder dritte Grundversorger weise die Verbraucher nicht auf ihr Sonderkündigungsrecht bei einer Preiserhöhung hin, beklagten sie. Die Verbraucherschützer empfahlen den Kunden, zu prüfen, ob sie durch einen Tarif- oder Anbieterwechsel nicht Geld sparen können.

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