Fortum setzt auf INTERARGEM AG

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
In Ostwestfalen-Lippe konkurrieren eine von Fortum geführte Allianz der INTERARGEM-Unternehmen einschließlich Wesertal und eine von PreussenElektra geführte OWL AG um kommunale Gesellschafter der regionalen Energieversorgungsunternehmen. Während des heutigen Pressegesprächs in Bielefeld verdeutlichten Fortum- und Wesertal-Geschäftsführung die Perspektiven für einen Zusammenschluss der INTERARGEM-Partner. Mit dem Erwerb des Hamelner Energieunternehmens Elektrizitätswerk Wesertal GmbH konnte die finnische Fortum-Gruppe bereits einen ersten Meilenstein für die Ausweitung ihrer Marktaktivitäten in Deutschland setzen. Zur Stärkung der Wettbewerbssituation der Energieversorgungsunternehmen in der Region Ostwestfalen-Lippe setzt Fortum sich jetzt für den Zusammenschluss der INTERARGEM-Unternehmen Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg GmbH (EMR), der Stadtwerke Bielefeld GmbH und Wesertal unter einer "INTERARGEM-AG" ein. Die von PreussenElektra angestrebte Lösung würde nach Ansicht von Wesertal-Geschäftsführer Dr. Klaus-Dieter Maubach die gewachsenen Strukturen und jahrzehntelangen Kooperationen der INTERARGEM-Partner zerreissen.



Eero Auranne, Vice President von Fortum Power & Heat, bekräftigte die Absicht von Fortum, sich in der Region OWL dauerhaft zu engagieren und unterstrich die Bereitschaft mit Wesertal, sich in einer fusionierten INTERARGEM AG einzubinden. So verfügen die in der INTERARGEM zusammengeschlossenen Unternehmen aufgrund ihrer räumlichen Nähe und der jahrzehntelangen Kooperationserfahrung in der Energieerzeugung und Netzführung über das größere Synergiepotential in allen Querschnittsfunktionen - bis hin zum Vertrieb. Ein Zusammenschluss würde demnach in hohem Maße zur Steigerung der Effizienz und damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Zudem ist die von Fortum geführte "INTERARGEM AG" auf überregionales Wachstum ausgerichtet, denn eine Beschränkung auf bisherige Netzgebiete führt auf liberalisierten Märkten zwangsläufig zu einem stetigen Verlust von Kunden.


"Die Kommunen tappen bei der Lösung einer 'OWL AG' in eine Kartellrechtsfalle", so Thomas Schwerdtfeger. Denn kartellrechtliche Beschränkungen, denen PreussenElektra aufgrund seiner marktbeherrschenden Stellung bei einer Beteiligung an der "OWL AG" unterliegen würde, führen zu einer Minderung der Werthaltigkeit der Gesellschaftsanteile der kommunalen Anteilseigner. Fortum unterliegt in Deutschland dagegen keinen kartellrechtlichen Beschränkungen beim Erwerb von Anteilen an Energieversorgungsunternehmen.


Der finnische Energiekonzern wird mit aller Kraft für die Fusion der INTERARGEM-Unternehmen eintreten, ist jedoch auch bereit von den kommunalen Eigentümern unbeschränkt Gesellschaftsanteile zu einem fairen Preis zu übernehmen, sofern die Gebietskörperschaften die zunehmenden Risiken der Energieversorgung nicht mehr tragen wollen. Dagegen würden die kommunalen Anteilseigner bei einer regionalen Kooperation nach dem Muster einer "OWL AG" die Risiken der Energieversorgung weiterhin in vollem Umfang mittragen.

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