Unterzeichnet

Forschungsprojekt über Alterungsmechanismen von Stromkabeln

Die Universität Erlangen-Nürnberg, der Energieversorger N-Ergie sowie die amerikanische Firma IMCORP haben eine wissenschaftliche Kooperation vereinbart. In dem auf vier Jahre angelegten Projekt soll der Verschleiß verschiedener Kabeltypen untersucht werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Nürnberg (red) - Hintergrund ist nach Angaben des Energieunternehmens die Erhaltung der Versorgungssicherheit bei sinkenden Investitionen. Es wird angestrebt ein zuverlässiges zerstörungsfreies Diagnoseverfahren zu entwickeln, um Aussagen über die Restlebensdauer von Kabeln aller Art treffen zu können. Die Forschungsergebnisse sollen durch praktische Versuche untermauert werden.

Wie N-ergie erläuterte, wurden bis in die siebziger Jahre im Mittelspannungsbereich vor allem ölisolierte Stromkabel eingesetzt, die seitdem mehr und mehr von den Kunststoffkabeln verdrängt werden. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von ca. 50 Jahren stellten die Massekabel immer noch einen erheblichen Anteil an den bereits verlegten Netzen dar. Bei Massekabeln besteht die Isolierung nicht aus Kunststoff, sondern aus ölgetränktem Papier. Die Papier-Öl-Isolierung verliert aber sehr schnell ihre elektrische Festigkeit, wenn Feuchtigkeit in das Kabel eintritt. Eine Weiterentwicklung der Massekabel stellen die Ölkabel dar, die im Hoch- und Höchstspannungsbereich bisher recht häufig verwendet worden sind. Zusätzlich zur Isolierung aus ölgetränktem Papier wird durch Ölkanäle dünnflüssiges Öl in das Kabel gedrückt. Es dringt in eventuelle Hohlräume ein, so dass die Gefahr von Teilentladungen entfällt.

N-ergie und die Unternehmenstochter Nexa-Tec GmbH hatten nach eigenen Angaben bereits vor einem Jahr einen Kooperationsvertrag mit dem Messunternehmen Imcorp über Messdienstleistungen im Mittelspannungsbereich geschlossen und Erfahrungen gesammelt.

Der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung hofft, mit den Ergebnissen des Forschungsprojektes zu einer zuverlässigen und wirtschaftlichen Stromversorgung beitragen zu können und damit den Erwartungen der Vertragspartner zu entsprechen. Aus einer solchen Zusammenarbeit mit Praxispartnern verspricht sich die Universität außerdem fruchtbare Anregungen für die wissenschaftliche Arbeit.

"Aus der Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg und mit den Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt erwartet die N-ERGIE Rückschlüsse auf genauere Investitionsplanungen im Mittelspannungsnetz", so N-ERGIE Vorstand Werner Juling. "Durch die Regulierungsbehörde werden sich die Netznutzungsentgelte senken und damit sind wir in Zukunft gezwungen, Kapital für Ersatz- und Neuinvestitionen im Stromnetzbereich vorausschauend und gezielt einzusetzen."

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