Energieaufwendige Verfahren

Forscher: Gewinnung von Trinkwasser kostet auch Energie

Sauberes Trinkwasser erfordert immer auch den Einsatz von Energie für die Entsalzung, für das Pumpen und den Transport: Darauf weisen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts hin. Die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Trinkwasser werde damit zunehmend auch ein Problem des Energieverbrauchs.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/red) - In einem nachhaltigen Wasserkreislauf müssten auch Kosten und Aufwand für Energie mitberücksichtigt werden, heißt es in einer Mitteilung des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe.

Wasseraufbereitung kostet Energie

Rund 97 Prozent des Wassers auf der Erde sind Salzwasser. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung und des Wasserverbrauchs reicht das Wasser aus Niederschlägen zur Versorgung oft nicht mehr aus. Neben Technologien zur Einsparung müssen daher auch neue Wasservorräte erschlossen werden. "Die Erschließung der immer noch erheblichen globalen Grundwasservorräte erfordert zumindest Pump-Energie. Meerwasser wie Grundwasser enthalten gelöste Stoffe, die mit Energieeinsatz entfernt werden müssen. Süßwasser kann aus Meerwasser durch sehr energieaufwendige Verfahren gewonnen werden.

Globales Wassermanagement gefordert

Energieeinsatz erfordert auch der Transport von Wasser über Tankfahrzeuge oder Leitungen. So kann eine großräumige Ergänzung von Oberflächen- und Grundwasserressourcen im Landesinneren durch entsalztes Meerwasser erhebliche Mengen Transportenergie erfordern. Die Fraunhofer-Wissenschaftler fordern daher ein überregionales und zukünftig globales Wassermanagement. Eine solche überregionale Organisation könnte beispielsweise bedeuten, dass Küstenregionen mit ergiebiger Sonneneinstrahlung durch Meerwasser versorgt werden, das durch den Einsatz von Sonnenenergie entsalzt wird und von dem ein Teil ins trockene Landesinnere gepumpt wird.

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