Zwischenfälle

Forderung nach Verbot von MOX-Brennstäben

Nach dem Defekt an mehreren Mischoxid-Brennelementen (MOX) im schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen fordern Atomkraftgegner erneut ein Verbot der plutoniumhaltigen Brennstäbe. Unterdessen ist das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Brokdorf wieder mit zwei Transformatoren ans Netz gegangen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gundremmingen/Brokdorf (dapd/red) - Der Meiler in Brokdorf war am Donnerstag für den Einbau des zweiten Trafos abgeschaltet worden. Nach Abschluss der Abnahme und Funktionsprüfungen wurde der Reaktor am Sonntag wieder angefahren, wie das für Atomaufsicht zuständige Justizministerium am Dienstag in Kiel mitteilte.

Das AKW war am 7. August heruntergefahren worden, nachdem es durch einen Zwischenfall bei einem der beiden Maschinentransformatoren zur automatischen Abschaltung beider Trafos gekommen war. Seit dem 25. August hatte das AKW zunächst mit halber Kraft Strom geliefert.

Atomkraftgegner fordern Veröffentlichung von Berichten

Ein Sprecher der Anti-Atomkraft-Initiative "Forum" in Augsburg verlangte am Dienstag neben einem Verbot der MOX-Brennstäbe auch die Veröffentlichung aller Ursachenberichte zu Zwischenfällen mit solchen Brennelementen. Dem Sprecher zufolge gab es bereits 2010 Probleme mit defekten MOX-Elementen in Gundremmingen.

Im Block C des Kraftwerks waren in der Vorwoche an vier solcher Brennstäbe ein Defekt festgestellt worden. Wie der Betreiber auf seiner Homepage mitteilte, wurden daraufhin vorsorglich alle Brennelemente aus den entsprechenden Chargen aus dem Reaktor geholt.

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