Grüne Woche

Forderung: Ausbau der Bioenergienutzung neu justieren

Der Ausbau der Bioenergie sollte sich nach Einschätzung von Experten stärker an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren und der Ernährungssicherung Priorität einräumen. Die vom Expertengremium empfohlene Korrektur betrifft insbesondere die Importe von Agrarrohstoffen sowie den Aspekt des Klimaschutzes.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - "Noch höhere Importe von Agrarrohstoffen für die Bioenergiegewinnung dürfen nicht dazu führen, dass der Welthunger weiter zunimmt. Die Ernährungssicherung muss Vorrang vor dem Ausbau der Bioenergie haben", sagte der Vorsitzende des Bio-Ökonomie-Rats, Reinhard Hüttl, am Freitag in Berlin anlässlich der Grünen Woche.

Bioenergie solle weniger stark subventioniert werden

Eine Strategie zur Nutzung der Bioenergie müsse zudem Umwelt- und Klimaschutzaspekte sowie Effizienzsteigerungen und Forschung in verbesserte Technologien stärker betonen. Das Gremium empfiehlt, die Subventionierung von Biomasse auf den Prüfstand zu stellen.

Unabhängiges beratendes Gremium

Der Bio-Ökonomie-Rat ist ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung in Fragen der Bioökonomie. Ihm gehören Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft an.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Klima

    Weltklimarat verschärft Warnung vor Erderwärmung

    Der Weltklimarat IPCC hat seine Warnungen vor einer gefährlichen Erderwärmung nochmals verschärft: Es drohe ein um gut ein Drittel höherer Anstieg der Meeresspiegel als bislang vorhergesagt, heißt es in einem neuen Bericht, der am Freitag in Stockholm verabschiedet wurde. Außerdem sei zu befürchten, dass die Weltgemeinschaft bei der Begrenzung des Temperaturanstiegs ihr Zwei-Grad-Ziel verfehlen wird.

  • Strompreise

    Preissturz der CO2-Zertifikate durchkreuzt Regierungspläne

    Aufgrund des niedrigen Preises für CO2-Zertifikate fließt deutlich weniger Geld in den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung als geplant. Das bestätigte das Finanzministerium am Mittwoch. Wissenschaftler riefen die schwarz-gelbe Regierung währenddessen zu größeren Anstrengungen beim Energiesparen auf.

  • Hochspannungsleitung

    Ethikkommission: Meinungen zu Atomausstieg gehen auseinander

    In einer kontroversen öffentlichen Sitzung hat die von der Bundesregierung eingerichtete Ethikkommission zur Energiepolitik die Chancen und Risiken eines schnellen Atomausstiegs abgewogen. Bei den Kosten der Energiewende gehen die Meinungen stark auseinander.

  • Energieversorung

    Industrie befürchtet Milliardenverlust durch Ökosteuer

    Die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung von Ökosteuerrabatten sorgen in der Wirtschaft für Aufruhr. Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) sowie die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisierten das Vorhaben scharf und warnten vor deutlichen Wettbewerbsnachteilen.

Top