Förderung regenerativer Energien: Zukunft des "Aachener Modells" ungewiss

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Auf Grund der Entwicklungen auf dem liberalisierten Strommarkt und der neuen Rahmenbedingungen beschäftigen sich die Stadtwerke Aachen (STAWAG) derzeit auch mit der Zukunft des "Aachener Modells" und der darin festgeschriebenen erhöhten Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Energien. Das Aachener Modell ist entstanden, als im Strommarkt geschlossene Versorgungsgebiete bestanden, bei denen die Kunden in aller Regel von einem bestimmten Stromlieferanten beziehen mussten. Das Aachener Modell basiert darauf, dass durch eine geringfügige Erhöhung der Strompreise aller Kunden regenerative Energien gefördert werden. Diese geringfügige Strompreiserhöhung musste von der Preisaufsicht genehmigt werden.


Seit April 1998 jedoch sind alle Kunden in der Wahl ihres Stromlieferanten frei. Nachdem hinsichtlich der Durchleitung im Laufe des Jahres Regeln aufgestellt wurden, kam der Stromwettbewerb Mitte 1999 in Gang. Nunmehr hängt die Zuordnung eines Stromkunden zu einem Lieferanten nicht mehr von dem Gebiet ab, sondern wird über den Preis und die Qualität des Stromlieferanten bestimmt. "Die Strompreisaufsicht wird vor diesem Hintergrund an Bedeutung verlieren und möglicherweise später vollständig aufgehoben werden", blickt man bei der STAWAG voraus.


In einem freien Strommarkt bringe die einseitige Erhöhung der Strompreise durch das örtliche Versorgungsunternehmen Wettbewerbsnachteile gegenüber dritten Anbietern, die den geringen Aufschlag zur Förderung regenerativer Energien nicht erheben. Aus diesem Grunde werde bei der STAWAG derzeit über neue Fördermodelle nachgedacht. Zunächst werden diese Modelle in den Aufsichtsgremien diskutiert, um dann dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt zu werden. Bis zu einem Ratsbeschluss in dieser Angelegenheit könne die STAWAG zur Zukunft des Aachener Modells keine Aussage machen.

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