Einspeisevergütung

Förderung für neue Solaranlagen sinkt erneut deutlich

Die Förderung von Sonnenstrom sinkt ab sofort erneut deutlich. Die Vergütung für Strom aus Solaranlagen, die jetzt Betrieb genommen werden, fallen zum Teil erstmals unter zehn Cent je Kilowattstunde, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Mit einem kostenlosen Rechner lässt sich herausfinden, ob sich eine Solaranlage jetzt noch lohnt.

Photovotaik Anlage© Michel Angelo / Fotolia.com

Bonn (AFP/red) - Insgesamt sinkt die Förderung wie schon in den Vormonaten um 1,8 Prozent. Eigentlich ist vorgesehen, dass die Förderung monatlich um ein Prozent sinkt. Grund für die stärkere Kürzung ist, dass der Neubau von Solaranlagen weiterhin höher ist als vom Gesetzgeber geplant.

Erneuerbare Energien werden gefördert, indem der Staat den Produzenten einen festen Abnahmepreis garantiert. Diese Einspeisevergütung sinkt - abhängig vom Datum der Inbetriebnahme - regelmäßig; für einmal eingerichtete Anlagen allerdings bleibt sie 20 Jahre lang gleich. Das System hat einen Boom erneuerbarer Energien in Deutschland ausgelöst. Weil dadurch die Förderkosten deutlich gestiegen sind, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Förderung mehrfach deutlich gekürzt.

Vergütung erstmals nahe am Börsenstrompreis

Für Solaranlagen auf Freiflächen und besonders große Dachanlagen beträgt die Förderung ab Dienstag 9,88 Cent je Kilowattstunde - und fällt damit erstmals unter zehn Cent. Damit nähert sich die Förderung immer mehr dem Börsenstrompreis an, der zuletzt - aufgrund des steigenden Ökostrom-Anteils - stark gesunken ist. Für neue kleine und mittelgroße Dachanlagen beträgt die Förderung ab Dienstag 12,08 bis 14,27 Cent je Kilowattstunde.

Die Ökostrom-Förderung wird von den meisten Stromverbrauchern über die sogenannte EEG-Umlage bezahlt. Diese ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Grund hierfür waren der rasante Zubau von Solaranlagen, aber auch immer mehr Ausnahmen für energieintensive Unternehmen. Am 15. Oktober geben die Übertragungsnetz-Betreiber die Höhe der Umlage im kommenden Jahr bekannt. Experten erwarten erneut einen deutlichen Anstieg.

Mit Photovoltaik-Rechner die Kosten überschlagen

Wie gut geeignet ist das jeweilige Dach für die Solarnutzung und lohnt sich eine neue Anlage jetzt überhaupt noch? Mit unserem Photovoltaik-Rechner lässt sich das ganz einfach herausfinden und eine erste Prognose über die zu erwartende Leistung der Anlage erstellen. Dem Eigenverbrauch, der sich zum Beispiel an der letzten Stromrechnung ablesen lässt, wird die mögliche Leistung einer Photovoltaik-Anlage gegenübergestellt. So ist schnell ersichtlich, ob der eigene Strombedarf mittels Solarenergie gedeckt werden und noch Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden kann.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Stromvergleich

    Mehrwertsteuer beim Strom: Staat kassiert rund 6 Milliarden Euro

    Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Das liegt aber nicht nur an den Stromanbietern. Einen großen Teil des Strompreises machen nämlich Steuern und Abgaben aus.

  • Shopping

    Einzelhandel sorgt sich um hohe Strompreise

    Die steigenden Strompreise bedrohen nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zahlreiche Jobs im deutschen Einzelhandel. Jeder fünfte Händler sehe durch die steigenden Belastungen aus der Ökostromförderung inzwischen Arbeitsplätze in Gefahr, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Düsseldorf unter Verweis auf eine aktuelle Umfrage des Verbandes.

  • Erneuerbare Energie

    Ökostrom-Umlage könnte um 20 Prozent steigen

    Der von Fachleuten seit längerem vorhergesagte Anstieg der Ökostrom-Umlage und damit der Energiekosten wird immer wahrscheinlicher. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" geht die Bundesregierung inzwischen davon aus, dass die Umlage von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde im kommenden Jahr auf 6,2 bis 6,5 Cent klettern wird. Das wäre ein Anstieg um etwa 20 Prozent.

  • erneuerbare Energien

    Windenergie wird in diesem Jahr kräftig ausgebaut

    2013 ist ein gutes Jahr für die deutschen Windanlagenbauer. Der Anschluss neuer Windräder liegt auf Rekordniveau und wird wohl so umfangreich sein wie seit dem Rekordjahr 2002 nicht mehr. Doch die Diskussion um die Kosten der Energiewende macht sich bereits bemerkbar.

Top