Stopp

Förderung für Mini-Kraftwerke offenbar vor dem Aus

Der Einsatz von mit Kraft-Wärme-Kopplung betriebenen Keller-Kraftwerken soll ab sofort offenbar nicht mehr bezuschusst werden. Durch das bisherige Impulsprogramm hatte sich die Zahl der installierten KWK-Anlagen seit 2008 mehr als verdoppelt. Es verdichten sich Hinweise, wonach keine neuen Zuschüsse mehr bewilligt werden sollen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Schweinfurt (red) - Die Förderung für kleine Keller-Kraftwerke steht vor dem Aus. Das jedenfalls wird allenthalben in der Branche befürchtet, und dem Vernehmen nach soll es aus der Unionsfraktion bereits unmissverständliche Signale gegeben haben. Sollten sich diese Hinweise bestätigen, stünden im laufenden Jahr keine Mittel mehr für die Mini-KWK-Förderung bereit.

Am Donnerstag hatten der Hamburger Energieversorger LichtBlick AG, die GASAG Berliner Gaswerke AG und Mini-BHKW-Hersteller SenerTec gefordert, das Impulsprogramm für Keller-Kraftwerke nicht auslaufen zu lassen. Mit dem Programm unterstützt der Bund bislang den Einbau von kleinen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt. Mini-KWK-Kraftwerke erzeugen Strom und Wärme. Sie können den Primärenergieverbrauch um bis zu 40 Prozent senken und nach Herstellerangaben bis zu 60 Prozent CO2 einsparen. Die Anlagen werden beispielsweise in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Gewerbetrieben, öffentlichen Gebäuden oder Schwimmbädern eingesetzt.

Das Klimaschutz-Impulsprogramm hat einen regelrechten Boom der Mini Kraftwerke angefacht. Die Zahl der installierten KWK-Anlagen hat sich mehr als verdoppelt. Seit Beginn der Förderung im September 2008 bis Ende 2009 wurden nach Angaben der Bundesregierung 10.200 Anträge eingereicht. Über 4.400 Mini-KWK-Anlagen wurden bis Jahresende bezuschusst. Dabei flossen Fördergelder in Höhe von 33,1 Millionen Euro. Jetzt soll das Programm offenbar eingefroren und keine neuen Anträge mehr bewilligt werden.

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