Gasstreit

Focus: Gaskonzerne vertreten unterschiedliche Haltungen

Im Streit zwischen Gaskonzernen und Kartellamt um die langfristigen Lieferverträge sind erneut unterschiedliche Positionen der Unternehmen deutlich geworden. Der Chef des zweitgrößten deutschen Erdgasimporteurs Wingas, Rainer Seele, kritisiert die Haltung von Marktführer E.ON Ruhrgas.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - "Es gibt keine Notwendigkeit für die Ferngasunternehmen, die Konditionen, die sie mit den Gaslieferanten vereinbart haben, eins zu eins in den Markt durchzureichen", sagte er dem Magazin "Focus". Der Wingas-Chef sehe in dem vom Kartellamt "geplanten Abstreifen vertraglicher Fesseln" sogar Chance für Gasmarkt, berichtete das Blatt vorab.

Das Bundeskartellamt hatte angekündigt, die langfristigen Gaslieferverträge zwischen Ferngasgesellschaften und Stadtwerken zu untersagen. Der größte deutsche Versorger E.ON Ruhrgas will dagegen klagen. Nach Ansicht von Seele bringen weniger Fesseln "Impulse für eine Marktöffnung in Deutschland". Zwar müsse sich ein Stadtwerk auf lange Sicht absichern können. Es dürfe aber nicht in eine "langfristige Vertragsgefangenschaft" geraten.

Wingas gehört der BASF-Tochter Wintershall (65 Prozent) und dem russischen Gasproduzenten Gazprom (35 Prozent).

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