Kerosin-Kosten

Fluggesellschaft kauft sich eigene Ölraffinerie

Zur Senkung ihrer Kerosin-Ausgaben will Delta Air Lines als erste Fluggesellschaft in den USA eine eigene Raffinerie kaufen. Diese kostet den Angaben zufolge "nur" so viel wie ein neues Großraumflugzeug und soll sich nach nicht mal einem Jahr bereits amortisiert haben. Analysten zeigten sich dennoch skeptisch.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

New York (AFP/red) - Delta werde insgesamt 250 Millionen Dollar (190 Millionen Euro) in den Kauf und den Betrieb der Anlage in Trainer im US-Bundesstaat Pennsylvania investieren, teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit. Analysten zeigten sich skeptisch über das branchenfremde Engagement.

Der Kaufpreis beträgt den Angaben zufolge 180 Millionen Dollar (141 Millionen Euro), 30 Millionen davon soll der Bundesstaat Pennsylvania übernehmen. Weitere hundert Millionen Dollar will das Unternehmen in die Modernisierung der Raffinerie investieren, um die höchstmögliche Produktionsmenge zu erreichen. Die Raffinerie soll 80 Prozent des Kerosin-Bedarfs der Fluggesellschaft decken.

300 Millionen Dollar Einsparung pro Jahr

Diese "bescheidene Investition" entspreche der Höhe des Katalogpreises für ein neues Großraumflugzeug, erklärte Delta-Chef Richard Anderson. Sie ermögliche es dem Unternehmen, seine Treibstoffkosten um 300 Millionen Dollar pro Jahr zu drücken. Außerdem werde gewährleistet, dass der Fluglinie im Nordosten der USA stets Treibstoff zur Verfügung stehe.

Mehrere Analysten zeigten sich skeptisch. "Ich bin nicht sicher, dass eine vertikale Integration eine gute Idee ist. Das ist etwas, was man vor hundert Jahren zu Zeiten von Henry Ford gemacht hat", sagte George Hamlin von Hamlin Transportation Consulting.

Unterschiedliche Einschätzungen

Der Wirtschaftsprofessor Aaron Gellman warnte, eine Fluggesellschaft sei an sich schon kompliziert genug zu leiten. Die Tatsache, dass beispielsweise die im Öl-Förderstaat Texas ansässige Airline Southwest keinen ähnlichen Schritt gegangen sei, könne eine Warnung sein. Der Experte Geary Sikich von Logical Management Systems sprach dagegen von einer Möglichkeit zur Kostenreduzierung.

Die Transaktion soll bis zum Sommer abgeschlossen sein, dann soll die Kerosin-Produktion für Delta beginnen. Das Unternehmen erhofft sich für dieses Jahr allein Einsparungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar.

Quelle: AFP

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