Dünnschichtmodule

First Solar plant zweite Solarfabrik in Frankfurt/Oder

Das US-Unternehmen First Solar mit Sitz in Tempe (Arizona) will seinen Produktionsstandort in Frankfurt/Oder deutlich erweitern. Eine Absichtserklärung zum Bau einer zweiten Fabrik zur Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen wurde am Dienstag in Frankfurt unterzeichnet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Oder (ddp/red) - Es handelt sich nach Unternehmensangaben in diesem Jahr deutschlandweit um die erste große ausländische Direktinvestition im Bereich erneuerbarer Energien.

Die Investitionskosten für die zweite Frankfurter Fabrik bezifferte ein Firmensprecher auf rund 170 Millionen Euro. Dafür seien 30 Millionen Euro Fördermittel beantragt worden. Die Gespräche mit den Behörden für die benötigten Genehmigungen seien fortgeschritten, sagte First-Solar-Präsident Bruce Sohn. Der Produktionsbeginn sei für das vierte Quartal 2011 geplant.

"Ich hoffe, dass wir sehr bald eine endgültige Entscheidung hier gemeinsam verkünden können", sagte auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Besonders erfreut zeigte er sich, dass First Solar in Frankfurt nicht nur produzieren, sondern auch forschen wolle. Die geplante Investition zeige, dass die Solarbranche in Deutschland eine Zukunft habe. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Bundesrat die von der Bundesregierung geplanten Einschnitte bei der Förderung von Solarstrom vorerst gestoppt und den Vermittlungsausschuss angerufen habe.

First Solar hatte seine erste Fabrik außerhalb der USA im Sommer 2007 in Frankfurt in Betrieb genommen. Mit dem zweiten Werk werde sich dort die Kapazität von derzeit 223 Megawatt auf etwa 446 Megawatt verdoppeln, sagte Sohn. Die Zahl der Produktionslinien für Solarmodule werde von vier auf acht steigen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze solle sich fast verdoppeln. In der ersten Fabrik arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 600 Menschen.

Die Wahl des Produktionsstandorts Deutschland begründete Sohn insbesondere mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Maßstab auch für andere Länder sei. Frankfurt liege in der Nähe wichtiger Zulieferer. Deutschland ist nach Angaben eines Firmensprechers bisher größter Absatzmarkt. Mit der Erweiterung des Standorts Frankfurt will sich First Solar nach eigenen Angaben auch gegen Wechselkursrisiken absichern, wenn hier künftig mehr für den europäischen Markt produziert werde.

Die angekündigte Investition stärke die führende Rolle der deutschen Hauptstadtregion in der Solarbranche, sagte der Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), Steffen Kammradt. First Solar habe maßgeblich zum Solarboom in Brandenburg beigetragen. Heute gebe es im Bundesland zehn Solarmodulfabriken mit 2600 Mitarbeitern.

First Solar ist neben der Hamburger Conergy AG und der Frankfurter Odersun AG eines von drei Unternehmen, die Solarfabriken in Frankfurt betreiben. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit mit mehr als 4700 Mitarbeitern und einer für 2010 geplanten Produktionskapazität von über 1,3 Gigawatt einer der führenden Hersteller von Photovoltaikmodulen. Produktionsstandorte sind neben Frankfurt auch Perrysburg in Ohio (USA) und Kulim in Malaysia. In Malaysia und bei Bordeaux (Frankreich) sind weitere Fabriken geplant oder im Bau.

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