Neue Gutachten

Finanzierung des Mainzer Kohlekraftwerks bleibt unsicher

Die Finanzierung des Kohlekraftwerks zwischen Mainz und Wiesbaden ist weiter nicht gesichert. Nach Erstellung eines neuen Finanzierungsmodells soll bis zum 16. September eine Entscheidung fallen. Seitdem eine von vier Banken aus dem Projekt ausgestiegen ist, ist die Zukunft des umstrittenen Kraftwerkes unklar.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/red) - Die Stadtwerke Mainz, die Stadtwerke Wiesbaden (ESWE) und die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) hätten jeweils externe Beraterfirmen beauftragt, die bis Mitte des Monats ein neues Finanzierungsmodell erstellen sollten, teilten Hanns-Detlev Höhne, Vorstand der Stadtwerke Mainz, und ESWE-Vorstand Werner Sticksel am Freitag mit.

Entscheidung zu Kraftwerk bis Mitte September

Am 16. und 17. September finden die Aufsichtsratssitzungen der KMW und der Stadtwerke Mainz statt, in denen die neuen Finanzierungspläne vorgelegt werden sollen. "Spätestens am 16. September werden wir ein klares Zeichen geben können", sagte Höhne.

Gleichzeitig stellten die Stadtwerke Mainz und die ESWE ein Gutachten vor, demzufolge das Kohlekraftwerk wirtschaftlich sei. Die Beratungsfirma Pöyry Energy Consulting habe dabei die zu erwartenden Strompreise, die zu erwartende Entwicklung auf dem Strommarkt und Informationen zum Kraftwerksprojekt der KMW ausgewertet.

Gutachten: Schon im ersten Jahr schwarze Zahlen

Bei einer Laufzeit von 35 Jahren könne das Kraftwerk schon im ersten Betriebsjahr schwarze Zahlen schreiben, heißt es in dem Gutachten. Langfristig könne eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent erwirtschaftet werden.

Das Gutachten geht allerdings noch von vier Banken aus, die den Bau mitfinanzieren, wodurch sich ein Fremdkapitalanteil von 80 Prozent ergäbe. Eines der Kreditinstitute war aber im August aus dem Projekt ausgestiegen. Man sei sich bewusst, dass man die Klärung der Finanzierung nicht ewig hinauszögern könne, sagte KMW-Sprecher Michael Theurer. Deshalb werde die Erstellung eines neuen Finanzierungsmodells im September angestrebt.

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