FHE-Entsorgungsverband erwirkt Einstweilige Verfügung und stellt Insolvenzantrag gegen Zeus / UBJ. Direkt GmbH erwägt Zivilklage

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Während der Geschäftsführer der Hamburger Zeus Strom AG Cersten Klatt-Lauterbach auf Anrufe, Nachrichten oder neue Gerüchte nach wie vor nicht reagiert, bleiben die ehemaligen Vertriebspartner hartnäckig. Wie vergangenen Freitag bekannt wurde (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier). Nach Ansicht von Dennis Kissel, Strom-Experte beim ehemaligen Zeus-Vertriebspartner, dem Hamburger FHE-Entsorgungsverband, ist die Vereinbarung zwischen Zeus und best energy, jedoch nicht rechtens. "Cersten Klatt-Lauterbach verstößt ganz klar gegen den Vertrag, den er mit uns geschlossen hat. Darin heißt es nämlich u.a., dass Zeus den von FHE vermittelten Kunden kein abweichendes Angebot unterbreiten darf, es sei denn der FHE würde dem zustimmen. Und das haben wir nicht", sagte Dennis Kissel heute in einem Telefonat mit der Redaktion des strom magazins. Aus diesem Grund hat der FHE Entsorgungsverband eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Klatt-Lauterbach am Dienstag zugestellt wurde. Verstößt er dagegen und verschickt tatsächlich Briefe - mit der Empfehlung zu best energy zu wechseln - an alle Kunden, die er vom FHE bekommen hat, dann droht ihm ein Ordnungsgeld in Höhe von 500 000 Mark. Das selbe gilt für alle Kunden, die von der Würzburger 1a Energieversorgung vermittelt wurden. Auf Anfrage des strom magazin bestätigte Herold Schmeller, 1a-Geschäftsführer, dass auch die 1a Energieversorgung eine einstweilige Verfügung beantragt hat. Schmeller weiter: "Wir sind der Auffassung, dass die Zeus Strom AG nunmehr versucht, von uns vermittelte Verträge, die sie weder verprovisionieren will noch verprovisionieren kann, dadurch zu Geld zu machen, dass sie diese Verträge widerrechtlich an andere Stromanbieter vermittelt oder verkaufen möchte."


Und der Ärger scheint kein Ende zu nehmen. "Wir haben heute Insolvenzantrag gestellt", bestätigte Dennis Kissel gegenüber dem strom magazin. Nachdem die Zeus Strom AG seit Monaten die offenen Rechnungen nicht bezahlt, sei das der einzig verbleibende Weg. Die Begründung: Zahlungsunfähigkeit. Die 1a Energieversorgung hat diesen Schritt schon vollzogen, jedoch wenig erfolgreich. "Das Hamburger Amtsgericht hat unseren Insolvenzantrag abgelehnt", zeigte sich Herold Schmeller enttäuscht. Gründe: Die Forderung, auf welche die Antragsberechtigung gestützt wird, ist nicht ausreichend glaubhaft gemacht worden. Ebenso sei auch die Zahlungsunfähigkeit des Antragsgegners nicht ausreichend glaubhaft gemacht worden. Herold Schmeller ist jedoch von finanziellen Schwierigkeiten überzeugt: "Die Zeus Strom AG steht zum Verkauf, wie aus einem Telefongespräch unserer Geschäftsleitung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Zeus Strom AG Cersten Klatt-Lauterbach hervorgeht. Mittlerweile liegt uns auch ein schriftliches Kaufangebot von Cersten Klatt-Lauterbach vor." Die 1a Energieversorgung habe allerdings keinerlei Ambitionen, "von einem Kauf haben wir im Interesse unseres Rufes in der Strom-Branche Abstand genommen", fügt Herold Schmeller hinzu.


Währenddessen veröffentlichte heute auch die UBJ. Direkt GmbH eine Pressemitteilung. Das Unternehmen wurde als Call-Center für die FHE-Kundenhotline "Strom" beauftragt. In der Mitteilung heißt es: "Die UBJ. Direkt GmbH wird die Zeus Strom AG, die sich ihr gegenüber zu wahrheitsgemäßen Auskünften über den Zustand von Lieferfähigkeit und Zeitpunkt der Umstellung der über den FHE akquirierten Zeus-Kunden verpflichtet hat, wegen fortgesetzter unwahrer Auskünfte zwischen Dezember 1999 und April 2000 hierüber gegebenenfalls auf Schadensersatz verklagen." Angesichts monatelanger und fortgesetzter Falschinformationen gehe die UBJ. Direkt GmbH von zumindest schwerer Fahrlässigkeit der Zeus Strom AG aus; vorsätzliche Falschinformationen wolle man ebenfalls nicht ausschließen, hält sie sogar für wahrscheinlich. Durch Personalfehlplanung und entgangene Gewinne habe die UBJ. Direkt GmbH einen erheblichen finanziellen Schaden erlitten. "Diese Schäden hat sie geltend gemacht. Sie wird nunmehr eine Klage vorbereiten", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.


Auch die 1a Energieversorgung behält sich weitere gerichtliche Schritte vor und der FHE-Entsorgungsverband prüft derzeit, ob eine Schadensersatzklage Aussicht auf Erfolg hätte. Doch: Den Kunden nützt das alles derzeit wenig. So lange, wie sich Zeus nicht äußert, haben sie einen Vertrag mit dem Hamburger Unternehmen.

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