02.08.2012 | © Tarife.de

Im Check der Redaktion

Tarifansagepflicht: Es gibt schwarze Schafe (Upd.)

Was lange währt: Nun ist die Pflicht zur Tarifansage im Call-by-Call Gesetz. Doch kann man sich auch wirklich darauf verlassen, dass eine Ansage kommt? Nicht immer, wie die Redaktion festgestellt hat.

Linden (red) - Seit dem gestrigen 1. August 2012 gibt es im Call-by-Call eine vom Gesetzgeber auferlegte Pflicht zur Tarifansage vor Beginn eines Gesprächs. Eigentlich sollte die Ansagepflicht schon drei Monate früher greifen, doch im Mai hatte Tele2 eine aufschiebende Wirkung verlangt und eine Frist von drei Monaten zur Umstellung durchgesetzt - nach Angaben des Anbieters aus technischen Gründen. Nun ist die Ansage für alle Gespräche, die man von einem Telekom-Anschluss aus führt und dabei eine spezielle Vorwahl vorwählt, Gesetz. Sie greift also nicht bei VoIP- oder Callthrough-Telefonaten.

Welche Anbieter keine Ansage hatten

Die Redaktion hat am gestrigen Vormittag zahlreiche Testanrufe durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Anbieter die verpflichtende Ansage auch wirklich schalten. Natürlich können derart nicht alle Destinationen eines jeden Anbieters gecheckt werden, aber zumindest stichprobenartig möchten wir unseren Nutzern mitteilen, wo sie jetzt schon auf der sicheren Seite sein können. Unseren Tests zufolge hatten fast alle Anbieter eine Ansage geschaltet.

Mehrere Anbieter zeitweilig gesperrt

Bei folgenden Anbietern indes kam gestern zwischen 10 und 11 Uhr keine Ansage: 01047, 01050, 01076, 01063 und 01070. Seit dem gestrigen Nachmittag war die 01070 mit Tarifansage zu nutzen, inzwischen kommt die Ansage auch bei der 01050 und der 01047 sowie bei 01076. 01063 hingegen hat immer noch keine Ansage und bleibt weiterhin gesperrt.

Weitere Auffälligkeiten

Wie wir bei unseren Testanrufen feststellen konnten, sind nicht alle Ansagen gleichlautend. Manche Anbieter sagen den Centbetrag an, andere hingegen den Eurobetrag, mit Kommastellen. Das kann durchaus verwirrend klingen, so dass Anrufer gut zuhören sollten, was wirklich angesagt wird. Denn 0,09 Euro sind neun Cent - trotz der vielen Nullen, die den Eindruck erwecken könnten, es handele sich um eine ganz kleine Summe. Der extrem hohe Minutenpreis in die deutschen Handynetze (30,9 Cent) der 01050 wird mit wechselnden Lautstärken angesagt, so dass man sich durchaus verhören kann.

Außerdem haben sich die Anbieter nach unserer Kenntnis allesamt darauf verständigt, jetzt keine Tarifänderungen mehr während eines Gesprächs zuzulassen. Das wäre nämlich nur dann möglich, wenn während des Telefonats noch mal eine Ansage erfolgen würde. Offenbar hat sich keiner der Anbieter bislang dazu durchringen können.

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