Fernwärme-Preisvergleich: Eklatante Unterschiede

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Preise für Fernwärme in Deutschland sind in den vergangenen zwölf Monaten kräftig gestiegen. Das stellt der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA), Hannover, in seinem aktuellen Fernwärme-Preisvergleich fest. Die Preiserhöhungen träfen vor allem die Abnehmer in den alten Bundesländern, sie mussten im Schnitt 16,7 Prozent mehr bezahlen. In den neuen Bundesländern betrug die Steigerung durchschnittlich 5,8 Prozent. "Nicht nur bei Strom und Gas steigen die Preise, auch für Fernwärme müssen die Kunden immer tiefer in die Tasche greifen", kommentiert VEA-Geschäftsführer Dr. Volker Stuke.


In der aktuellen Studie untersuchte der VEA 98 Fernwärme-Versorgungsunternehmen (FVU) mit über 100 Versorgungsgebieten. Das Ergebnis zeigt, dass es noch immer eklatante Preisunterschiede zwischen den einzelnen Regionen gibt. Kunden in den neuen Bundesländern müssen weiterhin mehr für Fernwärme zahlen als Abnehmer in den alten Bundesländern. "Nachdem im letzten Jahr im Osten noch durchschnittlich 25 Prozent mehr für Fernwärme gezahlt wurde als im Westen, ist der Preisunterschied beim jetzigen Vergleich mit 12 Prozent nicht mehr ganz so groß. Aber auch diese 12 Prozent sind ein extremer Wettbewerbsnachteil für Privatkunden und Unternehmen in den neuen Bundesländern", kritisiert Stuke.


In den alten Bundesländern besteht zwischen dem günstigsten Anbieter (NWS Stuttgart im Versorgungsgebiet Altbach) und dem teuersten Anbieter (Stadtwerke Hanau) ein Preisunterschied von fast 80 Prozent. In den neuen Bundesländern müssen die Kunden beim teuersten Versorgungsunternehmen (Stadtwerke Schwerin) nahezu das Doppelte von dem bezahlen, was vergleichbare Wärmebezieher beim günstigsten Unternehmen (Städtische Werke Magdeburg) entrichten. "Angesichts dieser gewaltigen Preisunterschiede stellt sich für jeden Kunden die Frage, ob die Mehrkosten für den bequemen Fernwärmebezug in einem angemessenen Verhältnis zu einer denkbaren Eigenversorgung auf der Basis von Heizöl oder Gas steht", so Stuke.

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