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Fehlinvestitionen für den Naturschutz

Von der Verschwendung von Steuergeldern hört man immer wieder, vor allem, wenn es um verpfuschte Bauwerke und ähnliches geht.

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Von der Verschwendung von Steuergeldern hört man immer wieder, vor allem, wenn es um verpfuschte Bauwerke und ähnliches geht. Es gibt aber auch noch eine ganz andere Sparte, in die der Staat viel Geld gesteckt hat und dabei eher minder erfolgreich war. Dabei geht es um die Natur, die Artenvielfalt und den Schutz der Tiere. Hier folgen einige Beispiele, wie Projekte mit den besten Absichten in totalen Fehlschlägen endeten.

Naturschutz: Umsiedlung von Kreuzottern

Ein Beispiel ist die Umsiedlung der Kreuzotter am Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Dort sollte der Kanal erweitert und dafür die seltenen Reptilien umgesiedelt werden. Zu diesem Zweck wurden drei Freilandterrarien errichtet, um die Kreuzottern bis zur Fertigstellung des Kanals zu beherbergen. Die Umsiedlung begann 2009 und kostete bisher 180.000 Euro. Das Ergebnis: Die Schlagen leben heute noch immer in den Terrarien und mit den Arbeiten an dem Kanal wurde noch nicht begonnen.

Steuergeldverschwendung für Wildkatzen?

In der Nähe der Bundesstraße B27 bei Göttingen leben rund 80 Exemplare der Wildkatze. Die Tiere zählt man zu den "Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands". Das bedeutet, dass ein großer Teil oder alle noch lebenden Tiere dieser Art in Deutschland vorkommen. Um zu verhindern, dass die Tiere sich auf der stark befahrenen Straße verletzen, wurden einige Maßnahmen ergriffen. Eine Brücke wurde gebaut und 1,80 Meter hohe Zäune errichtet, die die Tiere vor dem Scheinwerferlicht der Autos schützen sollten. Zudem wurde ein drei Meter breiter Korridor zu der Brücke hin gerodet, berichtet die Onlineausgabe der Welt. Für den faktischen Nutzen der Anstrengungen gebe es keinerlei Beleg.

Die Saatkrähe in der Fachwerkstadt

Bekannt ist auch der Versuch, die Saatkrähe während der Brutzeit aus Soest umzusiedeln. Dafür wurden Bäume weitläufig beschnitten, um die Nester aus den Astverzweigungen zu entfernen, und dann neue Brutstätten außerhalb der Stadt zu errichten. Leider blieb die Aktion erfolglos.

Ein weiteres Beispiel ergibt sich aus der Rettung einer seltenen Pflanze. Die Pfingstnelke, die auch im Kellerwald am Edersee wächst, bekam in dem dichten Wald zu wenig Licht. Da aber in einem Nationalpark keine Bäume gefällt werden dürfen, wurden Hubschrauber mit daran hängenden Baumkletterern bestellt, die die Bäume "pflücken" sollten. 350 Kiefern waren von der Maßnahme betroffen.

Natürlich könnte man sagen, immerhin sollten die Projekte und die damit einhergehende Verwendung von Steuergeldern einem guten Zweck dienen, aber hätte man nicht auch hier besser planen können?

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