FEDV: Steigende Strompreise nicht allein durch Ökosteuer bedingt

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Freie Energiedienstleister Verband (FEDV) kritisiert die Behauptung des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VEDW), die Ökosteuer sei verantwortlich für die steigenden Strompreise in Deutschland. "Zwar sind seit Inkrafttreten der zweiten Stufe der Ökosteuer die Preise tatsächlich weiter angestiegen, die Gründe dafür liegen aber woanders", so Carsten Knauer, Mitglied im Vorstand des FEDV heute.


Knauer hingegen sieht die Ursache für die steigenden Strompreise in Deutschland vielmehr in der mangelnden Liberalisierung des deutschen Strommarktes und den damit verbundenen Wettbewerbsbehinderungen durch die ehemaligen Monopolisten. Insbesondere die Netznutzungsgebühren, d.h. die Gebühren, die die neuen Anbieter für die Durchleitung des Stroms durch die Netze der etablierten Energieversorger bezahlen müssen, seien in Deutschland viel zu hoch. Eine jüngst von Riva Energie AG, ares Energie AG und der Deutschen Strom AG in Auftrag gegebene Studie der auf den Energiesektor spezialisierten Beratungsgesellschaft LBD belegt beispielsweise, dass RWE im Netz einen "Monopolgewinn" von 46 Prozent erwirtschaftet. "Hier ist noch genug Potenzial, um dem Kunden einen fairen Strompreis anzubieten", so Knauer. Die Netznutzungsgebühren sind laut Studie etwa 30 Prozent zu hoch.


Den neuen Anbietern, die auf die Nutzung der Netze angewiesen sind, würde durch die überhöhten Gebühren der Wettbewerbsvorteil genommen, klagt Knauer. Die jungen Stromhändler, die den Strom durch gezielten Einkauf meist günstiger erwerben, könnten die Ersparnis nicht mehr an den Verbraucher weitergeben und müssten Verluste in Kauf nehmen. Der FEDV geht davon aus, dass bei fairen Gebühren die Preise um mindestens 20 Prozent sinken könnten. "Wenn die Verbraucher tatsächlich entsprechend weniger bezahlen würden, würden sie die Ökosteuer gar nicht bemerken", so der FEDV.


Einen Ausweg aus dem Strompreisdilemma sieht der FEDV nur in einem Liberalisierungsmodell, wie es der Telekommunikationsmarkt aufweist. Nur mit einer Regulierungsbehörde kann eine faire und umweltbewusste Preispolitik betrieben werden. "Weigert sich das Wirtschaftsministerium weiterhin, eine Regulierungsbehörde einzusetzen", ist Robert H. Kyrion, Verbandsvorsitzender des FEDV überzeugt, "sind in Kürze wieder die alten Monopolstrukturen zementiert und die meisten der neuen, innovativen Anbieter vom Markt verschwunden."

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