FEDV fordert: Schluss mit den überhöhten Netznutzungsentgelten

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Der Verband Freier Energiedienstleister (FEDV) fordert das Bundeswirtschaftsministerium auf, endlich Klarheit über die Berechnung der Netznutzungsentgelte für die Durchleitung von Strom zu schaffen. Carsten Knauer, Mitglied im FEDV-Vorstand zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Behörden nicht handeln: "Die Ex-Monopolisten schlagen die Kosten für ihren Vertrieb derzeit auf die Kosten des reinen Netzbetriebs auf. Durch die Duldung dieser Praxis leistet der Staat einen Beitrag zu den hohen Strompreisen in Deutschland."


Entgegen der derzeitigen Praxis schreibt das Energiewirtschaftsgesetz vor, die Betriebsteile Erzeugung, Übertragung und Verteilung buchhalterisch getrennt geführt werden müssen. Auf diese Weise sollen auf Seiten der ehemaligen Monopolisten Quersubventionierungen vermieden und echter Wettbewerb mit Energieanbietern, die auf die diskriminierungsfreie Nutzung der Netze angewiesen sind, ermöglicht werden. Nach Angaben des FEDV besteht in einem zentralen Punkt Uneinigkeit zwischen der Rechtsauffassung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW), in dem die Ex-Monopolisten organisiert sind. Die VDEW sei der Meinung, die Netzversorger dürften die Aktivitäten und damit auch die Kosten des Ver- und Einkaufs von Strom der Sparte Verteilung zurechnen. Das IDW hingegen vertrete die Position, dass die Führung eines getrennten Bereiches mit eigener Bilanz nötig ist, erklärt Knauer. Nur so scheint eine diskriminierungsfreie und transparente Ermittlung der Kosten für die Netznutzung möglich.


Aus diesem Grund hätten IDW und VDEW bereits vor geraumer Zeit um eine Klärung beim Bundeswirtschaftsministerium gebeten - bislang ohne Erfolg. Der FEDV setzt nun große Hoffnungen in eine erneute Stellungnahme des IDW, die noch vor Prüfung der Abschlüsse des Jahres 2000, also voraussichtlich im November, vorliegen sollte. "Nur so kann endlich eine dem Transparenzgebot entsprechende Praxis der Rechnungslegung gewährleistet werden", so Knauer abschließend.

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