FEDV: Bei künftigen Energieverhandlungen mit am Tisch

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
In zwei Gesprächen zum Thema Strom und Gas beim Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) hat der "Freie Energiedienstleister Verband" (FEDV) seiner Entschlossenheit Nachdruck verliehen, die anlässlich seiner Gründung in der "Berliner Erklärung" formulierten Forderungen auch durchzusetzen. In seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des FEDV machte Andreas Rose (ares Energie AG) deutlich, dass die Freien Energiedienstleister nicht länger bereit sind, sich von den Netzbetreibern willkürliche Durchleitungsentgelte diktieren zu lassen. "Es kann nicht sein, dass der Kunde, der beispielsweise am Netz von e.dis hängt, 24 Pf pro Kilowattstunde zahlen muss, während die Stadtwerke im bayerischen Roth nur rund die Hälfte verlangen."


Diese Ungleichbehandlung des Kunden würde im BMWi durchaus auch kritisch gesehen, dem Ruf nach eine Regulierungsbehörde indes wolle man dort nicht folgen, so Rose. Das Ministerium vertrete vielmehr die Haltung, im freien Spiel der Kräfte auf dem Markt würden sich vereinzelte Ungereimtheiten von allein regeln. Ares-Chef Rose sieht das ganz anders: "Es geht hier keinesfalls um Einzelfälle, sondern um systematische Verunsicherung und im Extremfall um Ausbeutung der Kunden."


Immerhin - und das wertet Rose als den entscheidenden Durchbruch - wird der FEDV auf ausdrücklichen Wunsch des Ministeriums bei den weiteren Gesprächen zur Verbändevereinbarung (VV) - sowohl auf dem Strom- wie auf dem Gassektor - mit am Tisch sitzen. Dann werde die Großen der Energiewirtschaft nicht mehr länger unter sich sein, sondern mit dem FEDV einem Kontrahenten gegenüber stehen, der die Interessen sowohl die Interessen der Freien Energiedienstleister, als auch die der Verbraucher vertritt. Die nächste Gesprächsrunde zur VV-Strom soll Ende Juni, die zur VV-Gas bereits einige Wochen früher stattfinden.


"Der bisherige Gedankenaustausch war sehr konstruktiv und wir hoffen, dass sich im Ministerium etwas bewegt, damit wir bald gemeinsam zu einer vernünftigen Lösung kommen", zog Verbands-Vize Rose sein vorläufiges Fazit. Er ließ allerdings auch keinen Zweifel aufkommen, dass, falls die Angelegenheit im BMWi zu den Akten gelegt wird, der FEDV nicht locker lassen und sich an die Europäische Kommission wenden will. Dort würden die Vorgänge auf dem deutschen Energiemarkt durchaus kritisch betrachtet. Schließlich sei die Bundesrepublik das einzige EU-Land ohne Regulierungsbehörde.

Das könnte Sie auch interessieren
Top