Perspektive

FDP will Energieübertragungsforschung intensivieren

Mehr Perspektiven bei der Forschung und der Entwicklung von innovativen Technologien zur Energieübertragung fordert die FDP-Fraktion im Bundestag. Sie fordert die Regierung auf, ökonomisch fundierte Wirtschaftlichkeitsstudien zu unterschiedlichen Energieübertragungssystemen zu fördern.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Für eine tragfähige Perspektive bei der Forschung und Entwicklung von innovativen Technologien zur Energieübertragung setzt sich die FDP-Fraktion in einem Antrag (Bundestagsdrucksache 15/5140) ein. Die Liberalen kritisieren dabei eine einseitige Festlegung der Energieeinspeisung.

So erreiche etwa der Kapazitätseffekt von Windkraftanlagen infolge wetterbedingter Schwankungen nur eine Normallast von knapp sechs Prozent. Entsprechend müssten bis zu 94 Prozent aller Windkraftenergie durch konventionelle Kraftwerke abgesichert werden. Die FDP vergleicht dabei einen Aufwand von bis 168 Euro zur Vermeidung einer Tonne Kohlendioxid durch Windenergie mit den Kosten von gegenwärtig etwa zehn Euro für die Vermeidung von Treibhausgasen durch Emissionshandelsprojekte nach den Instrumenten des Kyoto-Protokolls.

Kritisch sieht die FDP auch die Förderung erneuerbarer Energien im Hinblick auf Nutzung und Weiterentwicklung geeigneter Energiespeichertechniken, wie etwa der Wasserstofftechnologie. Diese müsse angesichts viel versprechender Perspektiven weiter entwickelt und in der Anwendung weitergebracht werden.

Die Bundesregierung wird nun aufgefordert, ökonomisch fundierte Wirtschaftlichkeitsstudien zu unterschiedlichen Energieübertragungssystemen zu fördern. Dabei sollen im Rahmen des noch zu erarbeitenden fünften Energieforschungsprogramms Technologien gefördert werden, die für hohe Übertragungsleistungen geeignet sind und im Vergleich zur Freileitung wesentlich niedrigere Übertragungsverluste aufweisen. Schließlich sei die Förderung erneuerbarer Energien in ein umfassendes energie- und klimapolitisches Gesamtkonzept einzubinden. So soll die Weiterentwicklung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie sowie der Aufbau einer geeigneten Versorgungsinfrastruktur für Wasserstoff vorangetrieben werden, um dem Komplex erneuerbarer Energien eine langfristige, wirtschaftlich tragfähige Perspektive zu geben.

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