Boykott

FDP-Vize: RWE soll alle Vergünstigungen für Politiker aufdecken

FDP-Vize Rainer Brüderle hat den Essener Energiekonzern RWE aufgefordert, etwaige weitere Sonderleistungen für öffentliche Mandatsträger lückenlos aufzudecken. Andernfalls müsse der Stromversorger mit Boykottreaktionen seiner bisherigen Stromkunden rechnen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach Bekannt werden von Vergünstigungen für die CDU-Politiker Hermann-Josef Arentz und Laurenz Meyer fordert FDP-Vize, Rainer Brüderle, den Essener RWE-Konzern auf, etwaige weitere Sonderleistungen für öffentliche Mandatsträger lückenlos aufzudecken.

Andernfalls, so warnte Brüderle in der "Berliner Zeitung", müsse der Stromversorger, der gerade bei der nordrhein-westfälischen Preisaufsicht Tariferhöhungen beantragt hat, mit Boykottreaktionen seiner bisherigen Stromkunden rechnen.

Brüderle betonte: "RWE sollte von sich aus das Interesse haben, für Klarheit bei den Sonderregelungen für öffentliche Mandatsträger zu sorgen". Ansonsten werde der Konzern seinen Kunden erklären müssen, warum die Preise erhöht werden. Der Liberale führte weiter aus, der Wechsel des Stromanbieters sei "heute in Deutschland grundsätzlich möglich - man kann die Stromkunden nur ermuntern, ihre Marktmacht vernünftig einzusetzen." Dann werde RWE sich dem Ruf nach Veröffentlichung einer Liste mit ihren Begünstigten nicht entziehen können.

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