Atomkraft nötig

FDP-Minister mahnt "mehr Pragmatismus" in Energiedebatte an

Nordrhein-Westfalens Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat zu "mehr Pragmatismus" in der Debatte um die künftige Energieversorgung aufgerufen. Ohne die Kernkraft sei ein Energiemix, der auf Versorgungssicherheit, Umweltschutz und Bezahlbarkeit setze, derzeit nicht zu haben.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Pinkwart erneuerte den Vorschlag seiner Partei nach längeren Restlaufzeiten für Kernkraftwerke unter bestimmten Bedingungen. So müssten zum einen die Strompreise spürbar gesenkt werden. Zum anderen müssten die Energiekonzerne ihre Gewinne zu mindestens einem Drittel in die Energieforschung investieren.

NABU: Keine sinkenden Strompreise durch Atomenergie

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat sich jedoch gegen eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken in der Bundesrepublik ausgesprochen. "Längere Laufzeiten werden nicht zu sinkenden Strompreisen führen", sagte NABU-Landeschef Josef Tumbrinck kürzlich bei der Vorstellung des Jahresberichts der Umweltorganisation. Die politische Debatte über ein Comeback der Atomkraft bezeichnete Tumbrinck als "unerträglich". Der einzige Weg zu einer "nachhaltigen Form der Energieerzeugung" sei der "Ausbau der erneuerbaren Energien".

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