Gegen Kohle und Windkraft

FDP macht Druck bei Subventionsabbau

Der FDP-Politiker Jürgen Möllemann hat sich gegen die weitere Förderung von Steinkohle ausgesprochen. Auch die "Lärmbelästigung durch große Windräder" stößt ihm bitter auf.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann hat seine Forderung nach einem schnellen Ende der Steinkohleförderung bekräftigt. NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement solle endlich mit seinem "Showkampf für den Bergbau" aufhören, sagte der FDP-Vizechef kürzlich in Düsseldorf.


Die jüngsten Ankündigungen der EU-Kommission, alle Subventionen bis 2010 auslaufen zu lassen, ließen keinen anderen Weg zu als die staatliche Steinkohleförderung schnellstens abzuschaffen, zeigte sich Möllemann überzeugt. Geht es nach der FDP, würden die bis 2005 vorgesehenen Kohle-Subventionen in Höhe von 33 Milliarden Mark halbiert und danach ganz eingestellt. Das gesparte Geld sollte in ein Programm für neue Arbeitsplätze in den Bergbauregionen fließen, forderte Möllemann.


Der umstrittene Politiker wetterte gleichzeitig gegen die großen Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen. Die bis zu 150 Meter hohen Windräder verschandelten die Landschaft und lieferten trotz hoher Subventionen keinen vernünftigen Beitrag zur Stromversorgung. Die Erlaubnis, ein großes Windrad betreiben zu dürfen, sei nichts anderes als "eine Lizenz zum Gelddrucken", verdeutlichte Möllemann seine Auffassung. Allein im Münsterland wehrten sich 24 Bürgerinitiativen gegen die Lärmbelästigung, die Gesundheits-Gefahren und den Wertverlust ihrer Immobilien durch die Anlagen. Nach dem Willen der FDP sollen künftig nur noch kleinere Windräder mit einer maximalen Nabenhöhe von 60 Metern zur Eigenversorgung erlaubt werden. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse die Einspeisevergütung für Strom aus Windkraft gestrichen werden, fordert die FDP. Betreiber von Windrädern erhielten einen garantierten Abnahmepreis von 17,8 Pfennig je Kilowattstunde, und dies sei unangemessen. Laut Möllemann werden Ende des Jahres etwa 1200 große Windräder in NRW am Netz sein, die aber nur 0,8 Prozent des Strombedarfs deckten.

Das könnte Sie auch interessieren
  • erneuerbare Energien

    Warum Windanlagen-Recycling zum Problem wird

    Windanlagen produzieren klimafreundlich Strom. Bei der Entsorgung der Stahlkolosse aber fällt die Klimabilanz bisher alles andere als gut aus. Recyclingunternehmen warnen vor einer gewaltigen Anzahl an Windmühlen, die sehr bald schon verschrottet werden müssen.

  • Offshore-Windkraft

    Offshore-Windparks: Förderkosten sinken nach erster Ausschreibung

    Für Offshore-Windparks ist gerade die erste Ausschreibungsrunde beendet worden. Damit werden deutliche Kosteneinsparungen erreicht, teilt die Bundenetzagentur mit. 2017 wird es noch zwei weitere Runden geben.

  • Stromtarife

    Stromerzeugung: Erneuerbare Quellen legen kräftig zu

    80 Prozent der 4,6 Milliarden Kilowattstunden Strom, die das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2000 verbrauchte, stammen aus fossilen Energieträgern. Trotzdem hat sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen seit 1995 mehr als verachtfacht.

  • Strom sparen

    Stimmen zur endgültigen Unterzeichnung des Atomausstiegs

    Die endgültige Unterzeichnung der Vereinbarung zu Atomausstieg hat nicht nur Befürworter. Insbesondere die Opposition ist dagegen, weil Klimaschutzziele nicht erreicht werden können und bei Sicherheitsstandards kein Mitspracherecht mehr besteht.

  • Stromnetz Ausbau

    Tag der Offenen Tür am Windpark Neuendorf-Kakerbeck

    Pflichttermin für alle Neugierigen: Am kommenden Sontag kann im Windpark Neuendorf-Kakerbeck in Sachsen-Anhalt ein Windrad bestiegen und erforscht werden.

Top