Falsch deklarierte Fässer mit schwach radioaktiven Abfällen aus Niedersachsen in Geesthacht entdeckt

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Wie dem Niedersächsischen Umweltministerium vorgestern bekannt wurde, sind in der Landessammelstelle für schwach radioaktive Abfälle in Geesthacht 16 unzureichend oder falsch deklarierte Fässer entdeckt worden, die vor mehr als 20 Jahren in Niedersachsen konditioniert wurden. Bei Prüfungen durch das GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht wurde festgestellt, dass bei diesen Fässern Inhalt und die entsprechenden Beschreibungen nicht übereinstimmen. In einem Fass wurde deutlich erhöhte Aktivität gemessen.


"Es handelt sich hier um ein ernstes Problem, das seinen Ausgangspunkt in Niedersachsen hatte", sagte Umweltminister Wolfgang Jüttner heute in Hannover. "Wir haben unverzüglich Prüfungen darüber eingeleitet, ob hier rechtswidrig gehandelt wurde. Und ich erwarte auch von dem Unternehmen AEAT, dass der Sachverhalt unverzüglich aufgeklärt wird." Konditioniert und verpackt wurden damals die Abfälle von der Firma Amersham & Buchler (deren Aufgaben heute von der Firma AEAT wahrgenommen werden), überprüft wurden die Begleitpapiere vom Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig und vom damaligen Landesverwaltungsamt. Oberste Aufsichtsbehörde war das Sozialministerium. "Umfangreiche Qualitätskontrollen, wie sie heute selbstverständlich sind, wurden damals offenbar nicht durchgeführt", versucht Jüttner eine Erklärung zu finden. Geesthacht war Landessammelstelle für die norddeutschen Länder, bis am 1. September 1981 die niedersächsische Landessammelstelle Steyerberg in Betrieb genommen wurde. Die Landessammelstelle Steyerberg wurde 1998 geschlossen, 1485 Zweihundert-Liter-Fässer in den vergangenen Wochen inspiziert und von dort in das Lager Leese der Firma AEA Technology QSA GmbH (AEAT) umgelagert. Im Zuge dieser Umlagerung sind die Fassdichtungen bei 71 Fässern vorsorglich ausgetauscht worden. Etwa 30 korrodierte Fässer von Anfang der 80er Jahre wurden in geeignete Überfässer gestellt. Die Aktion wurde vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie (NLÖ) sachverständig begleitet und vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover überwacht. Die Kapazität des Lagers Leese liegt bei über 12 000 Abfallfässern. Eine Erhöhung der Lagerkapazität für dieses Lager ist mit der geplanten Umlagerung nicht verbunden. Auch das bereits genehmigte Aktivitätsinventar wird nicht überschritten.

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