Expertentreffen

Fachtagung WetterRisikoManagement: Launen des Wetters sind versicherbar

Das ohnehin derzeit immer aktueller werdende WetterRisikoManagement wird ab Dezember einen neuen Schub bekommen: Die Londoner Terminbörse beginnt dann mit dem Handel von Terminkontrakten auf Temperaturen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Zum dritten Treffen des "European Committee" des Weltverbandes WetterRisikoManagment (WRMA) trafen sich kürzlich mehr als 100 Teilnehmer aus der ganzen Welt in Frankfurt. Unter ihnen Meteorologen, Banken, Versicherer und andere "Risktaker". Bei der Veranstaltung wurden Einblicke in den sehr jungen Markt gewährt und diskutiert. Neben konkreten Vorträgen ging es u.a. in einem "Banking-panel" und einem "Meterologie-panel" um aktuelle Entwicklungen in diesen Bereichen.

"Das Interesse an der Absicherung von wetterbedingten Risiken im Rahmen von innovativem RisikoManagement ist auch in Deutschland erheblich gestiegen", bilanziert Hans Esser, von FinanzTrainer.com, auf dessen Initiative dieses Treffen erstmals in Deutschland stattfand. Eine konkrete Markterhebung der Weather Risk Management Association hatte ergeben, dass bis Ende März 2001 bereits 5000 Wetterderivate mit einem Risikogegenwert von acht Milliarden Dollar gehandelt worden sind. Auch in Europa „regnet“ es Wetterderivate. So sind in den letzten zwölf Monaten bereits über 200 davon abgeschlossen wurden. Diese positive Entwicklung ist in Deutschland besonders seit Mai in Gang gekommen, als gleich mehrere Absicherungen gegen "schlechtes Wetter" publik gemacht wurden. U.a. hatte sich ein Unternehmen gegen wirtschaftliche Verluste bei einem zu warmen Winter und ein anderes sich gegen einen verregneten Sommer in Deutschland abgesichert.

Weltweit sind derzeit 67 Unternehmen in der WRMA vertreten. In Deutschland sind dies u.a. die EUREX (weltgrösste Terminbörse), Hannover Rück und FinanzTrainer.com. Fast ein Fünftel der Teilnehmer in Frankfurt waren jedoch Nicht-Mitglieder und somit sieht man auch hier ein weiter steigendes Interesse und gutes Potenzial. Einen weiteren Schub für diese neue Art des Risikomanagements wird schon bald erwartet: "Am 10. Dezember wird die Londoner Terminbörse LIFFE, als erste europäische Börse, Terminkontrakte (Futures) auf Temperaturen an der Börse einführen und handeln", kündigte Hans Esser, dessen Beratungsunternehmen FinanzTrainer.com sich auf das Risikomanagement mit Wetterderivaten spezialisiert hat, an. Einer Studie der Deutschen Börse zufolge unterliegen fünf Prozent des Bruttosozialproduktes der westlichen Industriestaaten Wettereinflüssen. Das sind etwa 300 Milliarden Euro.

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