Vorreiter

Fachtagung: Sachsen-Anhalt liegt hart am Wind

Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche finden in Magdeburg die 14. Windenergietage statt. Dort diskutiert die Branche aktuelle Themen rund um die Windenergie. Im Mittelpunkt steht u.a. das "Repowering". Der Veranstaltungsort ist mit Bedacht gewählt, denn dort drehen sich moderne Windräder.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - Sachsen-Anhalt liegt hart am Wind. Im Bundesvergleich drehen sich hier die modernsten Windräder, was das Land zu einer der Technologieregionen von Rang macht. "In Sachsen-Anhalt konzentriert sich etwa ein Zehntel der bundesweit 62 000 Arbeitsplätze in der Windindustrie", sagte Matthias Hochstätter, Pressesprecher des Bundesverbandes WindEnergie. Die Windenergie sei in Sachsen-Anhalt zu einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren geworden. Allein die Firma Enercon in Magdeburg beschäftigt 3000 Angestellte und ist somit der größte Arbeitgeber der Stadt.

Die mehr als 1500 Windkraftanlagen im Land haben eine Gesamtleistung von knapp 2000 Megawatt, das entspricht einer Investitionssumme von 2,4 Milliarden Euro. In Magdeburg werden die größten Windkraftanlagen der Welt produziert. Mit 4,5 Megawatt deckt eine der 125 Meter hohen Anlagen in der Jahresproduktion den Strombedarf einer Kleinstadt mit 4000 Einwohnern. Etwa 50 Prozent der in Sachsen-Anhalt produzierten Windkraftanlagen gehen in den Export. Und so wird das Land auch profitieren, wenn das Vorhaben der globalen Energiekonferenz 2004 realisiert wird, bis 2015 eine Milliarde Menschen mit Energie aus Wind, Wasser und Sonne zu versorgen. "In den kommenden Jahren werden in diesem Bereich riesige Summen investiert. Insbesondere China baut zunehmend auf die Windenergie. Gute Aussichten für Sachsen-Anhalt", prognostiziert Hochstätter.

Die Landesregierung hingegen werfe der Branche ständig neue Steine in den Weg. "Vom parteiübergreifenden Konsens des Bürokratieabbaus ist im Bereich Windenergie nichts zu spüren", stellt der Regionalverband Sachsen-Anhalt im Bundesverband WindEnergie fest. Im Gegenteil, die Bürokratie werde so aufgebläht, dass man selbst in den ausgewiesenen Eignungsgebieten für Windenergieanlagen kaum noch Projekte umsetzen könne. Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche finden in Magdeburg die 14. Windenergietage statt. Dort diskutiert die Branche aktuelle Themen rund um die Windenergie. Im Mittelpunkt steht unter anderem das "Repowering" von Windkraftanlagen, was bedeutet, dass weniger Anlagen mehr Windstrom erzeugen und somit auch für die Landschaft eine geringere Belastung darstellen.

Von ddp-Korrespondent Friedemann Kahl

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    So viel Strom schluckt das DFB-Medienzentrum

    Rückenwind für Jogis Jungs: Während der Teilnahme der deutschen Fußballer an der EM 2012 in Polen und der Ukraine versorgt RWE das DFB-Medienzentrum mit grüner Energie aus eigenen Windparks in Polen. Das Medienzentrum verbraucht in den vier Wochen etwa hundert Mal so viel Strom wie eine Kleinfamilie im ganzen Jahr.

  • Strom sparen

    Niedersachsen will Kompetenzbündelung bei Windenergie

    Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) fordert von Berlin ein stärkeres Engagement beim Ausbau der Windenergie und eine bessere Koordinierung. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach McAllister sich für einen "Masterplan Offshore-Windenergie" und eine Bündelung der Kompetenzen aus.

  • Strom sparen

    Zulieferer für Solarzellindustrie siedelt sich in Thalheim an

    Der Ort Thalheim in Sachsen-Anhalt entwickelt sich mehr und mehr zum innovativsten Standort der Solarindustrie weltweit. Nach der Q-Cells AG wird sich jetzt auch die Global-Kristall-Silizium Wafer GmbH des Schweizer Unternehmens GK PV dort ansiedeln. Im Sommer 2007 soll die volle Produktauslastung erreicht sein.

  • Hochspannungsleitung

    BUND und BWE kritisieren Windkraft-Erlass in NRW

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bundesverband WindEnergie (BWE) kritisieren den von der Landesregierung geplanten Erlass zum Bau von Windkraftanlagen in NRW als "Verhinderungs- und Zerschlagungsstrategie". Vor allem die Festlegung eines Mindestabstandes zur Wohnbebauung wird abgelehnt.

  • Hochspannungsleitung

    Umweltministerium fördert Offshore-Stiftung mit fünf Millionen Euro

    Um den Ausbau von Windkraftanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee voranzubringen ist eine Offshore-Stiftung ins Leben gerufen worden, an der alle wichtigen Akteure der Wirtschaft beteiligt sind. Das Umweltministerium fördert das Vorhaben, um Technik- und Begleitforschung zu ermöglichen.

Top