Fatal

Expertin: Nur erneuerbare Energien verringern Öl-Abhängigkeit

Saudi-Arabien hat vorgeschlagen, die tägliche Rohölfördermenge um bis zu 2,5 Millionen Barrel zu erhöhen, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Grünen-Politikerin Dr. Antje Vogel-Sperl hält das für einen "Tropfen auf den heißen Stein" und plädiert für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Eine Erhöhung der Fördermengen für Erdöl ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und keine Lösung, um den weiter wachsenden Ölhunger der Weltwirtschaft zu stillen. Eine tatsächliche Alternative zum Rohöl existiert in Form nachwachsender Rohstoffe. Sie können Erdöl in allen Wirtschaftsbereichen ersetzen, denn sie eignen sich als Ausgangsmaterial für die chemische Industrie genau so gut wie für die Verarbeitung zu hochwertigem Treibstoff oder zur Erzeugung von Strom und Wärme." Mit diesen Worten reagierte die chemiepolitische Sprecherin und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Antje Vogel-Sperl auf die Vorschläge von Saudi-Arabien, die tägliche Rohölfördermenge um bis zu 2,5 Millionen Barrel zu erhöhen.

Aus nachwachsenden Rohstoffen ließen sich bereits heute Schlüsselsubstanzen der chemischen Industrie herstellen, die für die Produktion von Kunststoffen und Treibstoffen genutzt werden könnten, führt die Politikerin aus. Nur eine grundlegende Veränderung der Rohstoffbasis hin zu nachwachsenden Rohstoffen werde die Wirtschaft langfristig aus ihrer fatalen Abhängigkeit vom Erdöl befreien und zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung führen.

Ihrer Meinung nach ist auch Erdgas keine wirkliche Alternative zum Erdöl, da auch diese Ressource endlich sei und zur Freisetzung von Kohlendioxid führe. Dies trage zu einer weiteren Verschärfung des Treibhauseffektes bei.

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