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Expertenstreit über geplante AKW-Laufzeitverlängerung

Über die schwarz-gelben Pläne einer Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke besteht weiter Uneinigkeit. In einer Sachverständigenanhörung des Umweltausschusses des Bundestages diskutierten am Mittwoch in Berlin Experten über die Grundlagen des vereinbarten Atomausstiegs.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Die Befürworter längerer Laufzeiten der Atommeiler wie Rolf Martin Schmitz vom RWE-Vorstand argumentierten, die weitere Nutzung des Nuklearstroms fördere den Ausbau der erneuerbaren Energien und reduziere den Kohlendioxidausstoß. Auch Alfred Voß vom Institut für Energiewirtschaft an der Universität Stuttgart betonte: "Atomkraftwerke liefern einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Umweltziele."

Die Verteidiger des bisherigen Ausstiegsszenarios wie der Präsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen, Stephan Weil, betonten hingegen, nur bei einer Abkehr von der Kernkraft lasse sich auf dem Strommarkt die Wettbewerbsposition der regenerativen Energien stärken. Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, bekräftigte: "Der Ausbau regenerativer Energien und eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten passen nicht zusammen."

Der Anhörung lag ein Antrag der Grünen-Fraktion zur Beschleunigung des Atomausstiegs zugrunde. Von der rot-grünen Bundesregierung und den AKW-Betreibern waren die Laufzeiten der Meiler auf jeweils 32 Jahre befristet worden. Die Koalition aus Union und FDP kündigte dann an, die Kraftwerke würden erst später abgeschaltet. Innerhalb des Regierungslagers gibt es aber Streit über die Dauer einer Laufzeitverlängerung.

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