Expertengespräch zur Wasserstofftechnologie in Düsseldorf-Treibstoff für das 21. Jahrhundert

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
"Die Wasserstofftechnologie wird sich zu einem der Förderschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen entwickeln. Mit dem Wasserstoffeinsatz in Brennstoffzellen für Fahrzeuge können endlich in großem Maße umweltfreundliche Autos produziert werden. Seine Anwendung in dezentralen kraft-wärme-gekoppelten Brennstoffzellensystemen revolutioniert die gesamte Energieversorgung. Denn Wasserstoff ist schadstofffrei und arbeitet mit höchsten Wirkungsgraden. Neben den Automobilproduzenten, Mineralölgesellschaften und Energieversorgern müssen sich jetzt auch die Bundesländer für diese Technik einsetzen. Dies gilt vor allem für die wirtschaftliche Verbreitung. Nordrhein-Westfalen nimmt diese Herausforderung an. Unser Land will bei der Entwicklung des Wasserstoffs zum Energieträger des 21. Jahrhunderts in der Spitzenliga mitspielen", sagte Jörg Hennerkes, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, in Düsseldorf.


Heute fand auf seine Einladung ein Fachgespräch mit den weltweit wichtigsten Experten der Wasserstofftechnologie im Wirtschaftsministerium statt. Dabei äußerte sich Dr. Heinz Baues, Leiter der Gruppe rationelle Energienutzung anerkennend über den Einsatz des Internationalen und des Deutschen Verbandes für Wasserstoff. Rolf Ewald, Präsident des Deutschen Wasserstoffverbandes, meinte, dass die aktuelle Förderung von Projekten besonders wichtig für eine breite Akzeptanz und Nutzung sei. Prof. Dr.-Ing. Carl-Jochen Winter, Vizepräsident des Internationalen Verbandes, bescheinigte NRW eine gute Basis für die wissenschaftliche und auch wirtschaftliche Ausweitung dieser Technologie: "In Nordrhein-Westfalen gibt es große Kompetenzen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Anlagenbau, Herstellung und Verteilung von Wasserstoff sowie für die mobile und stationäre Anwendung dieses Energieträgers."


Anfang des Monats hatte Prof. Dr. Fritz Vahrenholt von Shell voraus gesagt, dass im Jahr 2020 jedes zweite Auto mit Wasserstoff fahren werde. Bei Shell werde Wasserstoff daher künftig zum Kerngeschäft gehören. Derzeit investiere der Konzern innerhalb von zwei Jahren rund 100 Millionen Dollar in die Tochterfirma Shell Hydrogen. Opel und General Motors wollen bis 2002 ein Elektroauto bauen, das zwar Benzin tankt, aber dieses durch sogenannte Reformer in Wasserstoff verwandelt; in einer Brennstoffzelle wird daraus zusammen mit Sauerstoff Strom erzeugt. DaimlerChrysler setzt auf Wasserstoff und Methanol, BMW nur auf Wasserstoff. Staatssekretär Hennerkes: "Energiepolitik ist Innovationspolitik. Nordrhein-Westfalen hat bereits vor Jahren die Weichen für die Entwicklung von Zukunftsenergien gestellt und profitiert jetzt von den glänzenden Zukunftsaussichten. Das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW ist das aktuelle Beispiel für eine erfolgreiche Weichenstellung. Nach Schätzungen der Landesinitiative Zukunftsenergien sind in NRW bei etwa 1100 Firmen mehr als 10 000 Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien tätig. Hohe Entwicklungspotenziale haben die Fotovoltaik, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und die Biomassenutzung. Diese Technologien werden auch inhaltliche Schwerpunkte der internationalen Leitmesse "E-world of energy" vom 13. bis 15. Februar 2001 in Essen. "

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