Studie

Experten warnen vor Erdölknappheit

Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) warnen vor einer baldigen Erdölknappheit. Man befinde sich bei der weltweiten Erdölförderung in einem "sehr fortgeschrittenen Stadium der Nutzung", sagte der Diplom-Geologe Hilmar Rempel bei der Vorstellung einer BGR-Studie zur weltweiten Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp.djn/sm) - Im vergangenen Jahr sei die Fördermenge zum ersten Mal seit 2003 nicht gestiegen, sagte der BGR-Energierohstoffexperte Bernhard Cramer. In etwa zwölf Jahren werde voraussichtlich die Hälfte der insgesamt zur Verfügung stehenden Erdölressourcen verbraucht sein, fügte Rempel hinzu. Danach sei aufgrund des größeren Aufwands bei der weiteren Erschließung vorhandener Ressourcen mit einem Rückgang der Förderung zu rechnen. Die Nachfrage werde aber voraussichtlich weiter wachsen.

Deswegen sei es wichtig, zusätzliche Potenziale für Erdölvorkommen zu erschließen, betonte BGR-Präsident Hans-Joachim Kümpel. Diese seien insbesondere in der Arktis und in den Tiefwasserbereichen der Ozeane entlang der Kontinentränder zu suchen. Darüber hinaus müssten bereits bekannte Lagerstätten effektiver ausgebeutet werden.

Bei Rohstoffen wie Erdgas, Kohle und Uran ist die Situation nach GBR-Angaben hingegen weniger kritisch. Am größten sei das Potenzial bei der Kohle. Kohle werde den absehbaren Bedarf noch über Jahrhunderte decken können.

Erdöl ist den Angaben nach mit einem Anteil von 36 Prozent der wichtigste Primärenergieträger. In Deutschland wurden 2007 rund 97 Prozent des Erdölbedarfs mit Importen gedeckt, beim Erdgas waren es 82, bei der Steinkohle 67 Prozent.

Die BGR-Experten analysieren jedes Jahr im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die weltweite Verfügbarkeit von Rohstoffen.

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