80 Millionen Barrel täglich

Experten: Neue Ölkrise unausweichlich

Im Wissensmagazin "National Geographic Deutschland" warnen mehrere Experten vor einer neuerlichen Ölkrise und den damit einhergehenden Folgen für die Weltwirtschaft. Erneuerbare Energien seien eine Alternative, bis 2050 könnte ihr Anteil an der Energieerzeugung auf 50 Prozent steigen - doch müssten sie noch stärker gefördert werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Laut dem Magazin "National Geographic Deutschland" steht der Welt eine neue Ölkrise bevor. Bereits in etwa zehn Jahren wird nach Ansicht vieler Wissenschaftler die Ölförderung weltweit ihren Höhepunkt überschritten haben. Der Ölpreis wird erheblich steigen - mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft. Das berichtet das Wissensmagazin in der seiner Juni-Ausgabe.

Nach der Prognose des englischen Wissenschaftlers David Greene wird die Weltproduktion ihren Höhepunkt im Jahr 2016 erreichen, außerhalb des Nahen Ostens bereits im Jahr 2006. Andere Experten sind der Ansicht, dass der Höhepunkt sogar schon überschritten ist. Bei den Prognosen spielt vor allem das Verhalten der Produzenten im Nahen Osten eine Rolle. Außerdem, ob Öl gespart wird und unkonventionelle Vorkommen erschlossen werden können.

Heute verbraucht die Welt täglich fast 80 Millionen Barrel Öl, Tendenz steigend. In den USA soll der Erdölverbrauch in den nächsten 20 Jahren um fast 50 Prozent zunehmen. Die dort beliebten Geländewagen und Minivans mit ihrem hohen Treibstoffverbrauch sind nur eine von vielen Ursachen für den hohen Konsum. Denn das Erdöl wird nicht nur für Kraftstoffe gebraucht, sondern auch zum Beispiel für die Kunstfasern von Kleidung und für alle Plastikprodukte.

Aber es gibt Alternativen zur Ölkrise. Eine "günstige" und unbegrenzte Energiequelle ist die Sonne. Zur Zeit decken erneuerbare Energien weltweit etwa 14 Prozent des Bedarfs. Nach einer Berechnung des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderung (WBGU) könnte ihr Anteil bis zum Jahr 2050 auf 50 Prozent steigen, wenn umweltverträgliche Energien stärker gefördert würden. Und im Jahr 2100 - wenn sich der Energieverbauch vervierfacht haben wird - werden die Energieträger Öl, Kohle und Gas nach Ansicht des WBGU im Vergleich zur Sonne kaum noch eine Rolle spielen.

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