Innovative Konzepte

Experten diskutierten Wasserkraft in NRW

Über 120 Experten sprachen kürzlich im Wuppertaler Wasserwerk Herbringhausen über Staudruckmaschine, Wasserkraftschnecke, die energetische Nutzung von Trink-, Brauch- oder Abwasser und bestehende sowie zukünftige Fördermodalitäten dieser Energieressource. Nach der Windenergie ist die Wasserkraft in NRW die Nummer zwei.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

"Wasserkraft ist für uns ein so bedeutendes Thema, dass wir bestrebt sind, die ungenutzten Potenziale, die in der Nutzung von Wasserkraft stecken, künftig stärker auszuschöpfen", erläutert Dr. Volkhard Riechmann, Ministerialdirigent im Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung des Landes NRW auf der Tagung "Wasserkraft in NRW - Innovative Konzepte" im Wuppertaler Wasserwerk Herbringhausen. Über 120 Fachleute trafen sich zu den Vorträgen und anschließendem Meinungsaustausch, der von der Energieagentur NRW, der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW und der Regionale 2006 Agentur veranstaltet wurde.

Die Staudruckmaschine, die Wasserkraftschnecke oder die energetische Nutzung von Trink-, Brauch- oder Abwasser wurden ebenso diskutiert wie bestehende und zukünftige Fördermodalitäten dieser alten und heute wieder ganz modernen Energieressource: Nach der Windenergie ist die Wasserkraft in NRW die Nummer zwei bei der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Im Jahr 2002 wurden knapp 610 Gigawattstunden Strom in Nordrhein-Westfalen aus Wasser gewonnen. Fachleute schätzen das Potential der Wasserkraft auf insgesamt knapp 800 Gigawattstunden pro Jahr.

"Da wir das Potenzial der Wasserkraft bereits zu über 70 Prozent nutzen, ist mit spektakulären Steigerungen nicht mehr zu rechnen", sagte Professor Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Neue, große Kraftwerksanlagen seien künftig nicht zu erwarten. "Das Motto für die Wasserkraft in NRW lautet deshalb: Reaktivierung bestehender, kleiner Anlagen zur Unterstützung einer dezentralen Energieversorgung und die technische Optimierung der bereits bestehenden Anlagen." Die technische Herausforderung werde die ökonomische und ökologische Kleinwasserkraftnutzung mit Leistungen unterhalb von 400 Kilowatt sein. An Bedeutung zunehmen werde die Stromerzeugung aus Trinkwasser-Gewinnungsanlagen, wie eine an der Herbringhauser Talsperre installiert ist.

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