Distec 2004

Experten der Endlagerung tauschen Erfahrungen aus

Derzeit findet in Berlin die internationale Fachtagung "Disposal Technologies and Concepts 2004" (Distec) statt. Experten der Endlagerung präsentieren in Form von Fachvorträgen und Diskussionsrunden, die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter (red) - Die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle ist für alle Industrienationen eine der großen Herausforderungen für heutige sowie zukünftige Generationen. Um einen internationalen Meinungsaustausch zu ermöglichen, führt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) von 26. bis 28. April die internationale Fachtagung "Disposal Technologies and Concepts 2004" (Distec) in Berlin durch. Experten der Endlagerung präsentieren in Form von Fachvorträgen und Diskussionsrunden, die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Ziel der Distec 2004 ist es, neben naturwissenschaftlich-technischen Erkenntnissen, auch verstärkt soziale Aspekte der nuklearen Entsorgung zu diskutieren. Die Industrienationen betreiben seit Jahrzehnten Endlagerforschung und sammeln Erfahrungen im Rahmen von Endlagerprojekten. Während einige Staaten bereits über Erfahrungen bei der Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen verfügen, gibt es weltweit noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle aus dem Betrieb von Atomkraftwerken.

Weiter überprüfen derzeit mehrere Staaten ihre Endlagerungskonzepte. So wurde in den vergangenen Jahren verstärkt deutlich, dass die Öffentlichkeit bei der Standortauswahl, der Planung und der Errichtung von Endlagern häufig nicht ausreichend beteiligt wurde. "Dadurch gab und gibt es immer wieder Proteste der Bevölkerung gegen potentielle Standorte", so der Pressesprecher des BfS, Dirk Daiber, heute in Salzgitter.

Länder wie Schweden und Finnland haben deshalb in ihren Auswahlverfahren auf die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit gesetzt und positive Resultate erzielt. "Das zeigt, dass Menschen ein Endlager für radioaktive Abfälle in ihrer Region akzeptieren, wenn sie angemessen beteiligt und offen informiert werden", so Daiber weiter.

In Deutschland hat der Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd), der von der Bundesregierung beauftragt wurde, ein offenes und transparentes Verfahren für die Endlagersuche zu entwickeln, in seinem Abschlussbericht ebenfalls eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit gefordert. Daiber: "In seiner Forderung für mehr Transparenz wurde der AkEnd auch von den positiven Erfahrungen anderer Länder beeinflusst."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Anti-Atomkraft-Bewegung

    Atomausstieg: Bund will Konzerne bei Mitfinanzierung festnageln

    Um die Rückstellung der Atomkonzerne zur Finanzierung des Atomausstiegs zu sichern, hat das Bundeskabinett eine neue Regelung beschlossen. Damit sollen vor allem mögliche Schlupflöcher wegen der geplanten Aufspaltungen der Firmen geschlossen werden.

  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Strompreise

    Bundeskabinett beschließt Strahlenpass

    Einen Strahlenpass erhalten beispielsweise Werkstoffprüfer, die Rohrleitungen in verschiedenen Atomkraftwerken prüfen sowie Fachärzte für Anästhesie. Auch Personen, die in verschiedenen Wasserwerken arbeiten, müssen künftig wegen des dort auftretenden Radons, eines radioaktiven Edelgases, einen Strahlenpass führen.

  • Strompreise

    Endlager: Regierung will sich mit EVUs einigen

    Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass sie dem Bundesrechnungshof ein neues Konzept zur Endlagerung radioaktiver Abfälle zur Prüfung übergeben hat. Dennoch strebe sie eine Verständigung mit den beteiligten Energieversorgern an. Wann eine Entscheidung fällt, ist derzeit jedoch noch unklar.

  • Stromnetz Ausbau

    BfS genehmigt Transporte von Rossendorf nach Ahaus

    951 bestrahlte Brennelemente werden demnächst vom 1991 abgeschalteten DDR-Forschungsreaktor Rossendorf ins zentrale Zwischenlager Ahaus transportiert. Das BfS gab heute grünes Licht für den Transport, dessen Gesamt-Radioaktivitat etwa ein Zehntel eines Transports aus Kernkraftwerken beträgt.

Top