Standpunkt

Experte hält CO2-Einlagerung bis 2020 für alternativlos

Der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Bernd Meyer, hält die umstrittene Einlagerung des Klimagases CO2 für nahezu alternativlos. Meyer sagte am Mittwoch in Halle dem Sender MDR Info, es "bleibt wenig Alternative, mit dem CO2 umzugehen." Meyer wollte dies jedoch nicht als Plädoyer für die Technologie an sich verstanden wissen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Halle (ddp/red) - Allerdings gelte dies nur für die Zeit bis 2020. "Wenn man auf längere Perspektive hinsieht, dann ist diese Technologie nicht tragend", fügte er hinzu. Dann kämen die regenerativen Energien zum Zuge, die den Strom- und Wärmemarkt weitestgehend versorgen könnten.

Das Gefahrenrisiko der CO2-Einlagerung beurteilte Meyer als außerordentlich gering. Die Vorkehrungen bei Erkundung der Lagerstätten und deren Überwachung seien so umfangreich, "dass man von Katastrophen oder auch Störungen nicht sprechen kann". Im Vergleich zu Erdgasspeichern und Erdgasleitungen biete CO2 ein wesentlich geringeres Gefahrenpotenzial. Allerdings müssten auch Technologien für das Zeitalter nach dem Öl vorbereitet werden und "das vermisse ich etwas an dem Gesetz", sagte Meyer weiter.

Die Bundesminister für Wirtschaft und Umwelt, Rainer Brüderle (FDP) und Norbert Röttgen (CDU), hatten sich auf einen Gesetzentwurf zur sogenannten CCS Technologie verständigt, bei der das klimaschädliche CO2 abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden soll.

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