Hohe Erwartungen

Experte: Energie-Ziele nur mit Offshore-Anlagen erreichbar

Die deutschen Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien sind nach Experteneinschätzung ohne Offshore-Windanlagen nicht zu realisieren. Derzeit wird die Windkraft auf hoher See mit 35 Millionen Euro jährlich gefördert. Die Branche mahnt jedoch, dass die Technik erst in den Kinderschuhen steckt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bremen (ddp-nrd/sm) - "Wenn die Offshore-Pläne nicht erfolgreich sind, kann Deutschland das gesteckte Ziel nicht erreichen", sagte der zuständige Referatsleiter im Bundesumweltministerium, Joachim Nick-Leptin, am Mittwoch zum Start der neunten Deutschen Windenergiekonferenz (DEWEK) in Bremen. Offshore leiste dabei den größten Beitrag.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2020 bereits 30 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das Umweltministerium hat die Fördermittel im Bereich der Windenergie in den vergangenen Jahren auf derzeit 35 Millionen Euro jährlich deutlich erhöht.

Windenergie-Institut: "Geduld haben"

Der Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), Jens Peter Molly, warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen. "Wir müssen beim Thema Offshore Geduld haben", weil sich die Technik für Offshore-Windanlagen noch in den Kinderschuhen befinde. Große Erwartungen richte die Branche deshalb an das Pilotprojekt Offshore-Windpark Borkum West. Dessen Fertigstellung ist Ende 2009 geplant.

Bis einschließlich Donnerstag diskutieren auf dem Kongress in Bremen rund 600 internationale Fachleute aktuelle Entwicklungen der Windenergie-Branche. Eines der zentralen Themen ist die Offshore-Energiegewinnung.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Naturstrom

    EEG-Reform: Neue Regeln für Windenergie geplant

    Für die Windenergie wird es mit der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im kommenden Jahr Änderungen bei der Förderung geben. Ähnlich wie es bereits für den Sonnenstrom gilt, soll die Höhe der Förderung über Ausschreibungen festgelegt werden.

  • erneuerbare Energien

    Windenergie wird in diesem Jahr kräftig ausgebaut

    2013 ist ein gutes Jahr für die deutschen Windanlagenbauer. Der Anschluss neuer Windräder liegt auf Rekordniveau und wird wohl so umfangreich sein wie seit dem Rekordjahr 2002 nicht mehr. Doch die Diskussion um die Kosten der Energiewende macht sich bereits bemerkbar.

  • Strom sparen

    E.ON zweifelt an Zukunft deutscher Offshore-Windkraft

    E.ON zweifelt daran, ob Windkraft auf hoher See wie von der Bundesregierung geplant, massiv ausgebaut werden kann. Der Chef der E.ON-Sparte Climate & Renewables, Frank Mastiaux, sagte der "Berliner Zeitung", in Sachen Kosten und Anforderungen sehe er die deutschen Pläne "kritisch".

  • Hochspannungsleitung

    Gabriel nimmt Test-Windkraftanlage in Betrieb

    Umweltminister Gabriel hat heute in der Außenjade vor Hooksiel (Kreis Friesland) eine Test-Windkraftanlage in Betrieb genommen. Die 500 Meter vom Festland entfernte Fünf-Megawatt-Anlage ist die erste in Deutschland, die vollständig vom Wasser aus errichtet wurde, wie ein Sprecher der Emder BARD-Gruppe sagte.

  • Strompreise

    Branche erwartet 40 Prozent Ökostrom-Anteil bis 2020

    Die Erneuerbare Energien-Branche sieht sich im Aufwind und hat ihre Prognose angehoben. 2020 kämen bereits mehr als 40 Prozent des erzeugten Stroms aus grünen Quellen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann, dem Wirtschaftsmagazin "Capital".

Top