Exklusiv-Interview mit MdB Ernst Schwanhold (SPD)

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
In einem Exklusivinterview mit dem Strom-Magazin äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Schwanhold zu den Problemen des liberalisierten Strommarktes.



Strom-Magazin: Welche Möglichkeit wird Ihrer Meinung nach die Liberalisierung des Strommarktes den Endkunden bieten?



Schwanhold: Die Liberalisierung des Strommarktes wird ohne Zweifel zu mehr Wettbewerb unter den Stromanbietern führen. Dies bedeutet für den Endkunden, dass er seine Stromanbieter mehr oder weniger nach den üblichen Einkaufskriterien, d.h. Qualität und Preis, frei wählen kann.



Strom-Magazin: Wird ein ähnlicher Preiskampf wie in der Telekommunikationsbranche entbrennen?



Schwanhold: Ich erwarte in der Tat, dass über mehr Wettbewerb auch deutliche Bewegung in die Preise kommt. Die Strompreise werden fallen mit wirtschaftlichen Vorteilen für die Verbraucher und die Unternehmen, insbesondere im mittelständischen Bereich. Ob es zu regelrechten Preiskämpfen kommt, bleibt abzuwarten. Die privaten Verbraucher müssen dabei spürbar an den Preisvorteilen partizipieren können.



Strom-Magazin: Wechseln Sie privat Ihren Stromanbieter und wenn ja, wann?



Schwanhold: Ich warte zunächst noch ab und prüfe Qualität wie Preise, um danach in Ruhe meine Entscheidung zu treffen.



Strom-Magazin: Ihre persönlichen Stromspartips?



Schwanhold: 1. Bitte nach Gebrauch die Eelektrogeräte auch die -recht stromintensiven- stand by Schalter ausschalten.


2. Bei Neukauf von Geräten auf niedrige Anschluß- und Verbrauchswerte achten.


3. Keine Atomstromimporte aus Kraftwerken mit schlechten Umwelt- und Sicherheitsstandards, wenn wir gleichzeitig und berechtigterweise den Ausstieg aus der Atomenergie vorantreiben wollen."


Annika Krisp

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