Preisschub bremst

Ex-Wirtschaftsminister Müller: Ölpreise gefährden Aufschwung

"Einerseits werden unsere Exporte immer teurer, was unsere Position als Exportweltmeister schwächt. Andererseits schlagen hohe Rohstoffpreise negativ auf die Binnennachfrage durch, was unter anderem den Handel schwächt", sagte Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller der "Bild"-Zeitung.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat wegen der hohen Rohstoffkosten für Energie vor einer Gefährdung des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland gewarnt. Der Vorstandschef der RAG AG sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe), dass der aktuelle Preisschub bei Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle die konjunkturelle Entwicklung bremsen könne.

Seine Begründung: "Einerseits werden unsere Exporte immer teurer, was unsere Position als Exportweltmeister schwächt. Andererseits schlagen hohe Rohstoffpreise negativ auf die Binnennachfrage durch, was unter anderem den Handel schwächt."

Der Chef der ehemaligen Ruhrkohle AG forderte in diesem Zusammenhang, dass die einheimischen Kohlevorräte in Deutschland wieder stärker genutzt werden sollten. Es sei "paradox", dass der Stahlbranche und ihrem Mittelstand inzwischen eine ernste Krise drohe, weil der Rohstoff Kohle für die Produktion fehle: "Gerade davon haben wir mehr als genug in Deutschland."

Der Ex-Wirtschaftsminister betonte vor dem Hintergrund der gestiegenen Strompreises, dass der Staat eine Mitverantwortung für den Kostenschub trage: "Der Strompreis besteht inzwischen schon zur Hälfte aus staatlichen Abgaben. Hoffentlich müssen wir nicht damit rechnen, dass dieser Anteil weiter Richtung 70 Prozent oder mehr steigt, wie es jetzt schon beim Benzin der Fall ist." Strom werde auch deshalb "knapper und teurer, weil kein Energiekonzern mehr rechtlich gezwungen ist, neue Kraftwerke zu bauen", betonte Müller.

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