Aktionärsstreit

EWE-Chef: Eigenständiger Ost-Energiekonzern realistisch (Upd.)

Im Machtkampf bei der Verbundnetz Gas AG (VNG) zwischen dem Hauptaktionär EWE aus Oldenburg und kommunalen Anteilseignern gibt es offenbar eine Annäherung. EWE garantiere den Standort Leipzig und trage auch die Investitionspläne der VNG mit.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp/sm) - EWE-Vorstandschef Werner Brinker sagte der "Sächsischen Zeitung" (Donnerstagausgabe): "Ein eigenständiger Energiekonzern im Osten ist realistisch, wenn beide Seiten ihre Stärken, also VNG sein Gas und wir unser Endkundengeschäft einbringen." Sein Unternehmen garantiere nicht nur den Standort Leipzig für VNG, sondern "wir tragen auch alle Investitionspläne der VNG voll und ganz mit".

Hintergrund des Aktionärsstreits ist das Ziel von EWE, seinen Anteil von 47,9 Prozent zu erhöhen. Die Oldenburger hätten dabei die Anteile von zwölf ostdeutschen Kommunen im Visier, die 25,79 Prozent und damit eine Sperrminorität haben. Ein Konsortialvertrag sicherte EWE bislang ein Vorkaufsrecht auf diese Anteile zu. Die Kommunen kündigten den Vertrag jedoch in der vergangenen Woche fristlos.

Die Pläne von EWE haben dem Blatt zufolge in Sachsen Ängste geschürt, der Firmensitz von VNG könnte aus Leipzig verlagert werden. Damit würde Ostdeutschland seinen größten eigenständigen Konzern verlieren.

Unterdessen hat der sächsische Landtag die Haltung der CDU/SPD-Staatsregierung gestärkt. Diese müsse zusammen mit Sachsen-Anhalt und Thüringen dafür Sorge tragen, dass der kommunale Einfluss auf das Unternehmen erhalten bleibt, heißt es in einem einstimmig verabschiedeten Beschluss des Parlaments am Donnerstag in Dresden. Die Regierung solle zudem auf die Erfüllung der Ministererlaubnis des Bundeswirtschaftsministeriums von 2002 dringen. Diese sieht vor, dass die VNG ein unabhängiges ostdeutsches Unternehmen bleibt und sich als fünfte Kraft auf dem Energiemarkt etabliert. Beide Ziele sollte ein möglicher Investor garantieren.

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