EWE bestellt 300 Brennstoffzellen für die Stromerzeugung im eigenen Keller

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Der Oldenburger Energiedienstleister EWE Aktiengesellschaft forciert seine Aktivitäten im Gebiet der umweltschonenden Energieversorgung. Gestern wurden in Oldenburg zwei Verträge unterzeichnet, die eine langfristige Kooperation und die Lieferung der umweltschonenden Brennstoffzellen an EWE vereinbaren. "Damit ist EWE eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das bei den führenden Entwicklern von Brennstoffzellen für Haushalte größere Stückzahlen bestellt und damit die Einführung dieser Technologie vorantreibt", freut sich Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstandes der EWE Aktiengesellschaft.


Vertragspartner sind das Schweizer Unternehmen Sulzer Hexis Ltd. und Vaillant GmbH, Remscheid. Für die Einführung der Brennstoffzellentechnologie in Ein- und Zweifamilienhäusern ist mit Sulzer die Lieferung und Erprobung von 155 Brennstoffzellen-Heizgeräten vereinbart worden. Die Geräte haben eine elektrische Leistung von einem Kilowatt (kW). Seit November 1998 hat EWE den Betrieb solcher Anlagen in einem Feldversuch erfolgreich getestet. Im ersten Schritt sollen nun im vierten Quartal des kommenden Jahres 15 Geräte bei ausgewählten Kunden installiert werden. Die weiteren Geräte werden innerhalb von drei Jahren folgen. Für Mehrfamilienhäuser-Heizgeräte entwickelt Vaillant in Kooperation mit Plug Power (USA) Brennstoffzellen mit einer elektrischen Leistung von 4,6 kW. EWE und Vaillant vereinbarten den Probebetrieb eines Prototypen im Jahr 2002. Ein Jahr später werden auch hier 150 weitere Brennstoffzellen-Heizgeräte folgen.


Für den Kunden bedeutet die Einführung der Brennstoffzelle die Möglichkeit, wesentlich effektiver Strom und Wärme zu erzeugen. EWE plant, die Brennstoffzellen-Heizgeräte im Rahmen von Contracting-Dienstleistungen anzubieten. Das heißt: Gemeinsam mit dem lokalen Handwerk sollen die Geräte beim Kunden eingebaut und auch regelmäßig gewartet werden. EWE übernimmt dabei das Risiko für Störungen an der Anlage.


Heute wird in den meisten Haushalten die Wärme über einen konventionellen Heizkessel erzeugt und der Strom von einem Energieversorger bezogen. Mit der Brennstoffzelle wird ein großer Teil des Stroms und der Wärme vor Ort erzeugt - in Zukunft findet die Strom- und Wärmeerzeugung somit im eigenen Keller statt. Durch diese umweltschonende Technologie können zwischen 30 und 40 Prozent Kohlendioxid eingespart werden. Weitere Informationen zur Brennstoffzelle finden Sie in unserem Lexikon.

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