Halbjahresbilanz

Evonik erhöht Prognose - Umsatz und Ergebnis gesteigert (Upd.)

Der Essener Industriekonzern Evonik hat trotz der US-Finanzkrise, gestiegener Rohstoffpreise und der Dollarschwäche im ersten Halbjahr sowohl Umsatz als auch Ergebnis zweistellig gesteigert. Die drei Konzernsäulen Chemie, Energie und Immobilien seien "wetterfest".

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Der aus der RAG hervorgegangene Konzern habe sich gut geschlagen und den widrigen weltwirtschaftlichen Entwicklungen getrotzt, sagte der Vorstandsvorsitzende und frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller bei der Präsentation der Geschäftszahlen für den Zeitraum von Januar bis Juni.

Wie Evonik mitteilte, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich auf 869 Millionen Euro, was einem Plus von 17 Prozent entsprach. Der Gewinn sank hingegen um 27 Prozent auf 522 Millionen Euro. Als Grund für den Gewinnrückgang nannte Evonik positive Einmaleffekte im Vorjahreszeitraum, darunter die Gewinne aus dem Verkauf der Bergbautechnikgesellschaft DBT.

Zum Umsatzwachstum trug vor allem die Energiesparte bei, in der sich die Umsätze nicht zuletzt wegen der gestiegenen Kohlepreise um 16 Prozent erhöhten, wie es hieß. Doch auch die wichtige Chemiesparte, in der rund drei Viertel des Konzernumsatzes erwirtschaftet wurden, habe ein deutliches Umsatzplus von 12 Prozent erzielt. In der Immobiliensparte legten die Umsätze um vier Prozent zu.

Angesichts der insgesamt positiven Entwicklung hob Evonik die Prognose für das laufende Geschäftsjahr leicht an. Nun erwartet der Konzern ein Umsatzplus «im hohen zweistelligen Bereich». Beim Ebit geht das Unternehmen trotz der positiven Sondereffekte im Vorjahr von einem leichten Anstieg aus.

Die RAG-Stiftung hatte Anfang Juni 25,01 Prozent an Evonik für rund 2,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor CVC Capital Partners verkauft. Zwischen 2010 und 2013 sollen nun je nach Kapitalmarktumfeld insgesamt 74,9 Prozent an der Börse platziert werden, gegebenenfalls in mehreren Schritten. Auch CVC will seine Anteile bis dahin über die Börse abgeben.

Die RAG-Stiftung, die langfristig mit einer Sperrminorität von mehr als 25 Prozent an Evonik beteiligt bleiben will, wird die Verkaufserlöse für die Ansammlung eines Kapitalstocks verwenden. Damit sollen nach dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus die sogenannten Ewigkeitslasten, wie die Regulierung des Grundwasserspiegels, finanziert werden.

Der Konzern beschäftigte am 30. Juni gut 41.600 Mitarbeiter und damit rund 1400 weniger als sechs Monate zuvor.

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