EuroPower Energy: Bilanz und neue Pläne

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
"EuroPower Energy setzt Meilensteine im liberalisierten Energiemarkt" - mit diesem ehrgeizigen Anspruch hat das Unternehmen aus Frankfurt vor einem halben Jahr des deutschen Strommarkt durcheinander gebracht. Auf der gestrigen Pressekonferenz wurde erstmals Bilanz gezogen. Geschäftsführer Stefan Herzberg stellte fest: "Wir sind diesem Anspruch bisher in höchstem Maße gerecht geworden. Denn EuroPower Energy ist, bezogen auf den Stromabsatz, bereits unter den ersten 80 der insgesamt etwa 1000 Energielieferanten Deutschlands. Damit sind wir der größte unabhängige Stromhändler im deutschen Industriekundenmarkt."


Aber das Unternehmen hat noch weitere Pläne: "Ab 1. Januar 2000 sind wir alleiniger Stromlieferant für die über 2000 Standorte der Metro AG in Deutschland. An Metro und die anderen akquirierten Kunden werden wir im kommenden Jahr insgesamt deutlich mehr als zwei Milliarden Kilowattstunden Strom verkaufen. Vor allem bei den mittelständischen Unternehmen sind unsere Angebote eine echte Alternative, wenn es darum geht, dem immer stärker wachsenden Kostendruck entgegenzuwirken und neue Kostensenkungspotentiale zu erschließen." Um den Stromverkauf für die Verbraucher möglichst unkompliziert zu gestalten, werden die Vertriebslinien der Metro AG genutzt. In allen Metro-Cash & Carry-Märkten, bei Kaufhof, Kaufhalle, Media Markt, Saturn, Praktiker, Adler, real und extra - das sind insgesamt 2.600 Standorte - können die Verbraucher dann Strom einkaufen, genauso wie Lebensmittel, Kleidung oder andere Dinge des täglichen Lebens.


Allerdings nannte EuroPower Energy noch keine Preise für das neue Privatkundenangebot. Den Grund dafür erklärte Lothar Lösch, ebenfalls Geschäftsführer: "Nach der Aufhebung der Versorgungsgebiete müssen sich nun 950 Netzbetreiber über die Netznutzung verständigen, d.h., sie müssen klären, wer wann wie viel Strom wohin transportiert und vor allem was das kostet. Für den Bereich der Industriekunden ist das prinzipiell kein Problem. Bei den Privatkunden gibt es noch keine verbindlichen Regelungen für die Stromdurchleitung - auch, wenn Sie in den letzten Tagen anderslautende Informationen erhalten haben. Die VdEW-Expertengruppe hat bisher nur Lastprofile erarbeitet und vorgelegt. Das bedeutet nicht, dass sich die Verbände auf die Anwendung dieser Lastprofile einigen werden. Damit fehlen nach wie vor die notwendigen rechtlichen, aber auch die technischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Transport des Stroms durch die bestehenden Netze. Bis diese existieren, muss die Durchleitung für jeden Einzelfall gesondert geregelt werden. Das bedeutet: Anbieter, die jetzt schon bundesweite Lieferungen versprechen, können diese Leistung gar nicht erbringen.

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