Naturschutz

Europas größtes Steinkohlekraftwerk von E.ON vor dem Aus

Der Weiterbau des E.ON-Steinkohle-Kraftwerks in Datteln steht nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Nordrhein-Westfalen vor dem Aus. Das Gericht hob am Donnerstag den Bebauungsplan der Stadt für das größte Steinkohle-Kraftwerk Europas auf, wie die Behörde in Münster mitteilte.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Münster/Datteln (ddp-nrw/red) - Als Grund führte das OVG unter anderem an, dass die Stadt Vorgaben zum Naturschutz und zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend beachtet habe. Zudem werde das Kraftwerk zu nahe an einem Wohngebiet errichtet. Das OVG gab damit der Klage eines Landwirts aus Waltrop recht. Eine Revision gegen das Urteil sei nicht zugelassen.

Umweltschützer wollen Kraftwerksbau stoppen

Nun will der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nach eigenen Angaben bei der Bezirksregierung Münster einen Antrag auf Baustopp stellen und zur Not auch gerichtlich gegen die Fortsetzung der Bauarbeiten klagen. Das Urteil des OVG sei eine "wegweisende Entscheidung für den Klimaschutz und eine herbe Schlappe für die Kraftwerkslobby", hieß es in einer Mitteilung des BUND.

Das E.ON-Kraftwerk hatte sich bereits im Bau gefunden. Nach seiner Fertigstellung sollte es mit einer Leistung von rund 1050 Megawatt das größte Steinkohle-Kraftwerk Europas werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerk Datteln: Waltrop scheitert vor Gericht

    Die Stadt Waltrop im Ruhrgebiet konnte ihre Klage bezüglich des Kohlekraftwerks Datteln vor Gericht nicht durchsetzen. Im Kern ging es bei dem Streit um den Standort des Meilers.

  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Hochspannungsmasten

    BUND reicht Beschwerde gegen geplantes Kraftwerk Neurath ein

    Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute bei der Europäischen Kommission in Brüssel Beschwerde gegen die Genehmigung des Braunkohlenkraftwerks Neurath eingereicht. Grund: Verstoß gegen europäische Umweltschutzbestimmungen.

  • Stromtarife

    NRW: Gesetzliche Anreize für Kraftwerkserneuerung

    Mehr als 13,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid (C02) sollen mit der Umsetzung des Kraftwerkserneuerungsprogramms in Nordrhein-Westfalen (NRW) bis 2012 jährlich eingespart werden. Diese Zahlen ergeben sich aus Berechnungen des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie.

  • Stromtarife

    Umweltverbände sprechen sich für natur- und landschaftsverträglichen Windkraftausbau aus

    Den von der Landesregierung angekündigten Windenergieerlass haben die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände zum Anlass genommen, sich erneut für den Ausbau der Windkraft auszusprechen. Sie forderten die Kommunen auf, geeignete Windkraftvorranggebiete auszuweisen. Durch den neuen Erlass sei eine Planung im Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz möglich.

Top