Europäische Windenergiekonferenz in Kassel eröffnet

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und zunehmender Klimaprobleme hat die Windenergie ausgezeichnete Zukunftsaussichten - das zumindest ist die Botschaft einer dreitägigen internationalen Windenergiekonferenz, die gestern in der Stadthalle Kassel eröffnet wurde. Die Konferenz wird von der Europäischen Windenergievereinigung EWEA, dem Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), der Fördergesellschaft Windenergie (FGW) und WIP Renewable Energies aus München.



"Bis 2007 kann der Windstromanteil in Deutschland bereits fünf Prozent und mehr erreichen", erklärte der Vorsitzende der Konferenz, Prof. Dr. Jürgen Schmid, vom ISET in Kassel anlässlich der Eröffnung. Zur Zeit produzierten rund 8500 Windkraftanlagen zwei Prozent des gesamtdeutschen Stromverbrauchs. Deutschland sei mit mehr als 5.000 Megawatt weltweit die Nummer 1 bei der Nutzung der Windenergie und verfügte damit über knapp die Hälfte der in Europa beuziehungsweise über ein Drittel der weltweit installierten Windkraftleistung, so Schmid. Aber auch die USA, Dänemark und Spanien wiesen hohe Installationszahlen auf.



"Bis 2010 kann die installierte Windkraftleistung in Europa sogar auf 60.000 Megawatt wachsen", prognostizierte Dr. Klaus Rave, Präsident der EWEA. Die EU-Kommission habe in ihrem Weißbuch "Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger" schon Ende 1997 ein Ziel von 40.000 Megawatt Windenergie bis 2010 formuliert. "Dieses Ziel basierte auf Prognosen der EWEA und kann aufgrund der jüngsten Entwicklungen in einzelnen Mitgliedstaaten deutlich übertroffen werden", so Rave. Besonders wichtig sei jetzt die rasche Verabschiedung und Verbesserung des Kommissionsvorschlags für eine Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien im Elektrizitätsbinnenmarkt durch Europaparlament und Mitgliedstaaten. Dabei müsse vor allem sichergestellt werden, dass die größten Windenergiemärkte, etwa Deutschland und Spanien, in denen Mindestpreisregelungen für Windstrom eingeführt wurden, ihre nationalen Fördermodelle im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip weiterführen können.



"Mit Zuwachsraten von 40 Prozent pro Jahr und stetig sinkenden Kosten hat die Entwicklung der Windenergie in Deutschland Modellcharakter beim Umstieg in eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien", so FGW-Vorsitzender Prof. Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg. "Die entscheidende Zukunftsfrage ist, mit welchen politischen Instrumenten eine Integration dieser stark expandierenden Technologie in die Energieversorgungssysteme am besten erreicht werden kann." So lange die externen Kosten der Stromerzeugung nicht in der Preisbildung reflektiert würden, verdiene die Windenergie - wie auch andere erneuerbare Energien - einen höheren Preis im Vergleich zu konventionellem Strom, so Hohmeyer.



Unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Müller diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Industrie und Forschung drei Tage lang die Perspektiven der Windenergie unter dem Motto "Windenergie für das 21. Jahrhundert". Die mehr als 400 Windenergieexperten kommen aus rund 40 Ländern und allen fünf Kontinenten.

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