Umsatzrückgang

Europa-Markt macht Vodafone zu schaffen

Der schwache Markt in Europa macht dem britischen Telefonkonzern Vodafone zu schaffen. Vor allem in Spanien und Italien läuft es schlecht, in Deutschland sind die Umsätze halbwegs stabil. Dafür hat sich die Lage in den Schwellen- und Entwicklungsländern verbessert.

Vodafone© Vodafone GmbH

Newbury (dpa-AFX/red) - Insbesondere in Italien und Spanien verbuchte Vodafone (www.vodafone.de) erneut kräftige Rückgänge. Und auch in Deutschland schrumpft der Rivale der Deutschen Telekom in seinem Stammgeschäft weiter deutlich. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni setzten die Briten konzernweit aus eigener Kraft 4,4 Prozent weniger um, wie das Unternehmen am Freitag im englischen Newbury mitteilte.

Dabei fiel der Rückgang bei den Serviceumsätzen aber mit 4,2 Prozent etwas weniger scharf aus als von Analysten geschätzt - die Aktie stieg am Vormittag in London um fast drei Prozent.

Weniger Schwund in Deutschland

Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland war der Schwund im Serviceumsatz mit 4,9 Prozent geringer als zuletzt. In Euro gerechnet seien die Erlöse zumindest zum Vorquartal stabil geblieben, hieß es. Vodafone-Chef Vittorio Colao sieht darin auch den Beginn einer Stabilisierung in mehreren europäischen Märkten. In Italien und Spanien allerdings blieb ein prozentual zweistelliges Minus. In Spanien belasteten weiter ein scharfer Preiskampf und die schlechte Wirtschaftslage.

Kabel Deutschland und Ono geschluckt

Wegen des Drucks im angestammten Geschäft kauft sich der ehemals reine Mobilfunker in vielen Teilen Europas Kabelnetze zusammen, um seinen Kunden Komplettpakete aus Telefon, Fernsehen und Breitband-Internet anbieten zu können. So gehören mittlerweile der spanische Anbieter Ono und auch der deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zum Imperium der Briten.

Dafür blätterte der Konzern zusammen fast 18 Milliarden Euro hin. Das scheint sich mit Wachstum auszuzahlen: Kabel Deutschland erlöste im ersten Quartal mit 491 Millionen Euro fast sechs Prozent mehr als vor einem Jahr.

Bessere Lage in Schwellen- und Entwicklungsländern

Insgesamt stieg der Konzernumsatz der Briten dank Zukäufen und der besseren Lage in Schwellen- und Entwicklungsländern um mehr als sechs Prozent auf 10,2 Milliarden britische Pfund (12,9 Mrd Euro). In Afrika, dem Nahen Osten und Asien konnte Vodafone punkten und die Serviceumsätze um fast fünf Prozent steigern. In Indien mit nahezu 170 Millionen Mobilfunkkunden wuchsen die Erlöse organisch um ein Zehntel, was die Schwäche der indischen Rupie aber wieder mehr als zunichte machte. Den Ausblick auf das Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Vodafone

    Vodafone und Liberty Global planen Neuordnung

    Vodafone und der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty Global verhandeln über einen Austausch von Sparten. Eine Fusion soll nicht auf dem Programm stehen. Zu Liberty Global gehört auch der Kabelanbieter Unitymedia.

Top