Kohle bleibt wichtig

Euracoal: Mehr Balance in der Energie- und Klimapolitik

Auf der Jahreskonferenz des Verbands der europäischen Stein- und Braunkohlenindustrie (Euracoal), dem 23 Verbände und Unternehmen aus Kohlenproduktion, -verstromung und Handel aus 15 Ländern angehören, sprach sich Präsident Yaxley für eine stärkere Balance zwischen Energie- und Umweltpolitik aus.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Brüssel (red) - Um die europäische Energiepolitik zukunftsfähig zu gestalten, fordert der Verband der europäischen Kohlenindustrie Euracoal eine ausgewogene Balance zwischen Energie- und Klimapolitik. Euracoal-Präsident Nigel Yaxley sprach sich anlässlich der Jahreskonferenz dafür aus, schnell Lösungen für eine stärkere Ausbalancierung von Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung zu finden.

Kohle trage durch ihren Anteil von etwa 30 Prozent an der Stromerzeugung wesentlich zur Energieversorgungssicherheit Europas bei. Zwei Drittel der in der EU 25 genutzten Stein- und Braunkohle würden in der Union gewonnen, das verbleibende Drittel aus einer Reihe von Staaten mit transparenten und liberalisierten Marktbedingen importiert. Steigende Preis- und Versorgungsrisiken bei den Importenergien Öl und Gas erfordern nach Ansicht von Yaxley nicht nur Diversifizierungsstrategien und Maßnahmen zur Senkung der Energienachfrage, sondern auch eine Stärkung der heimischen Energieressourcen. Eine stärkere Betonung der Kohle könne mit der europäischen Klimaschutzpolitik in Einklang gebracht werden, wenn Clean-Coal-Technologien schrittweise eingeführt würden. Neue hocheffiziente Kraftwerke nach dem Stand der Technik könnten dabei ein erster Schritt sein.

Allerdings seien sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in die Kraftwerke und in die Bergbaubetriebe, die sie mit Brennstoff versorgen sollen, erforderlich. Das größte Hindernis sieht Yaxley allerdings in der Ausgestaltung des Emissionshandels. Hohe Kohlendioxid-Preise würden gleichmaßen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Investitionen in Clean-Coal-Technologien gefährden.

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