Neue Zugeständnisse

EU verlängert Prüfung der Nuon-Übernahme durch Vattenfall

Die EU-Kommission hat den Prüfungszeitraum für die Übernahme des niederländischen Versorgers Nuon durch den schwedischen Konkurrenten Vattenfall bis zum 22. Juni verlängert. Hintergrund seien neue Zugeständnisse von Vattenfall, teilte die Behörde mit, nannte jedoch keine näheren Details.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp/red) - "Morgenpost Online" berichtete dagegen unter Berufung auf Branchenkreisen, dass sich Vattenfall-Chef Lars G. Josefsson gegenüber der EU-Kommission bereiterklärt habe, auf die Deutschland-Aktivitäten von Nuon zu verzichten. Dieser Konzernteil solle nach einer erfolgreichen Übernahme an Investoren weiterverkauft werden.

Vattenfall hatte im Februar rund 10,3 Milliarden Euro für die Übernahme Nuons geboten. Nuon hat dem Bericht zufolge in Deutschland rund 400 Mitarbeiter, die rund 270 000 Haushalte mit Strom und 30 000 Haushalte mit Gas versorgen, die meisten davon in Berlin und Hamburg, den Hauptabsatzgebieten von Vattenfall.

"Vattenfall befindet sich derzeit in Gesprächen mit der Europäischen Kommission über die wettbewerblich relevanten Aspekte der Nuon-Übernahme", sagte ein Vattenfall-Sprecher "Morgenpost Online". Vattenfall sei der Ansicht, dass der Markt für den Stromvertrieb an Kleinkunden bundesweit abzugrenzen ist, habe aber "vorsichtshalber Auflagen angeboten, die auch bei einer lokalen Marktabgrenzung wettbewerbliche Bedenken ausräumen".

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